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Keine „Ehe für alle“ : Tokio plant gleichgeschlechtliche Partnerschaft

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TV-Persönlichkeit Ayaka Ichinose (l) und ihre Partnerin, die Schauspielerin Akane Sugimori, posieren 2015 für ein Foto nach ihrer Hochzeitszeremonie in Tokios Shinjuku Ward, der erste Gemeinden, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften als gleichwertig anerkannte. Bild: picture alliance / Kyodo

Die konservative japanische Regierung will trotz eines entsprechenden Gerichtsurteils die Ehe für alle nicht einführen. Die Hauptstadt will nun immerhin die gleichgeschlechtliche Partnerschaft einführen.

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          Japans Hauptstadt Tokio, das größte Bevölkerungszentrum des Landes, will nach den Worten von Gouverneurin Yuriko Koike im kommenden Fiskaljahr das Rechtsinstrument einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft einführen. Koike will mit der Änderung das Verständnis sexueller Unterschiedlichkeit in der Gesellschaft fördern.

          Die Details sind noch nicht klar, doch wird die gleichgeschlechtliche Partnerschaft eine völlige Rechtsgleichheit mit der Ehe zwischen Mann und Frau nicht herstellen. Dutzende kleinerer Kommunen in Japan haben sich in den vergangenen Jahren in Sachen gleichgeschlechtlicher Partnerschaft schon bewegt.

          In der Siebenergruppe der großen demokratischen Industriestaaten akzeptiert nur Japan gleichgeschlechtliche Ehen nicht. In der Nachkriegsverfassung, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs nie geändert wurde, ist die Ehe als Partnerschaft beider Geschlechter beschrieben.

          Erstmals entschied im vergangenen Jahr ein Gericht in Sapporo, dass das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe verfassungswidrig sei. Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung auch gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe nichts einzuwenden hätte. Doch die konservativen Liberaldemokraten auch unter dem neuen Ministerpräsidenten Fumio Kishida sind nicht bereit, eine entsprechende Gesetzesänderung in die Wege zu leiten.

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