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TNT aus Weltkriegsbomben : Wenn mit der Flut der Sprengstoff kommt

  • -Aktualisiert am

Gefährliches Treibgut: Im Sommer 2014 wurde diese Ankertaumine im niedersächsischen Wattenmeer angeschwemmt. Bild: Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen

In Ost- und Nordsee liegen mehr als eine Million Tonnen Munition aus den Weltkriegen. Die gefährlichen Bruchstücke werden immer wieder an die Strände gespült. Das ist nicht nur für die Umwelt gefährlich.

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          Es hat einen Grund, dass Spaziergänger an den Ostseestränden gebeten werden, gefundene Bernsteine nicht in die Hosentasche zu stecken, sondern einen Metallbehälter für ihre Souvenirs mitzubringen. Denn eine Blechbüchse kann man schnell wegwerfen, sollte sich der Fund als Phosphor entpuppen, der Bernstein täuschend ähnlich sehen kann. Und das wäre gar nicht so unwahrscheinlich. Denn der weiße Phosphor könnte aus Brandbomben der britischen Royal Air Force stammen, von denen etliche etwa bei einem Angriff im August 1943 nicht auf die Heeresversuchsanstalt für Raketenforschung in Peenemünde, sondern vor der Küste ins Meer fielen.

          Solche Brandsätze in Nord- und Ostsee haben mehr als sieben Jahrzehnte nahezu unbeschadet überstanden. Bei Stürmen aber werden vereinzelt Phosphorbrocken an die Strände gespült – wie etwa am 4.August 2017 am Wedeler Elbstrand in Schleswig-Holstein. Wer diese als Mitbringsel in die Hosentasche steckt, kann eine böse Überraschung erleben: Trocknet der Fund, kann die Körperwärme ihn bei Temperaturen von mehr als 34Grad entzünden. Die bis zu 1300 Grad heißen Flammen haben im Herbst 2004 einer Touristin bei Peenemünde schwere Verbrennungen zugefügt.

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