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Tierwelt : Tragisches Ende einer ungewöhnlichen Mutterliebe

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Mutterliebe auf Zeit: Löwin mit Antilopenjungem Bild: dpa

Nichts ist stärker als die Liebe, schon gar nicht als Mutterliebe. Es sei denn Hunger und rohe Gewalt kommen ins Spiel.

          Liebe kennt keine Grenzen. Keine räumlichen und keine biologischen. Nicht einmal die Grenzen zwischen Jäger und Beute. Bewiesen haben dies in den vergangenen zwei Wochen eine Löwin und ein Antilopenbaby - zum Erstaunen der Wildhüter und zur Freude der Touristen im Samburu-Wildpark im Norden Kenias.

          Was war geschehen? Eine hungrige Löwin war ihrem Jagdinstinkt gefolgt und hatte Oryxantilopen gehetzt. Dabei hatte die geschickte Jägerin auch eine Mutter von ihrem Jungen getrennt. Doch statt die hilflose Beute zu reißen packte die Jägerin offenbar das Mitleid. Geradezu rührend kümmerte sich die Löwin um den jungen Spießbock, bewahrte ihn vor den überall lauernden Gefahren der Umwelt und gewährte ihm sogar Ausflüge zu seiner leiblichen Mutter, die in sicherer Entfernung wartete, um ihr Junges regelmäßig zu säugen.

          Adoptionen in der Tierwelt möglich

          Fachleute sind nicht ganz so erstaunt wie Laien. Derartige Adoptionen seien in der Tierwelt durchaus möglich, wenn auch sehr selten. Im konkreten Fall wären die Muttergefühle der Löwin offenbar stärker gewesen als ihr Jagdinstinkt. Außergewöhnlich sei allerdings, dass die kleine Oryxantilope zwischen den beiden Muttertieren hin und her gewandert sei.

          Naturgemäß völlig frei von Muttergefühlen war jedoch ein Löwe, der nun die ungewöhnliche Beziehung jäh beendete. Der König der Tiere konnte in dem jungen Antilopenbock nichts anderes erkennen als eine willkommene und nahezu hilflose Beute. Die Adoptivmutter versuchte sogar noch, ihren artfremden Schützling gegen den hungrigen Artgenossen zu verteidigen, doch das Löwenmännchen setzte sich letztlich durch und riss das Antilopenjunge.

          Unvermeidbare Tragik

          Dass dies geschehen würde, war nahezu unausweichlich, glauben Tierforscher. Nur die erstaunten Wildhüter im Samburu-Naturpark hätten das tragische Ende der ungewöhnlichen Tierliebe verhindern können - indem sie den jungen Antilopenbock von seiner Adoptivmutter getrennt und zu seiner leiblichen Mutter zurückgebracht hätten.

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