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Tierseuche : BSE-Fall in Brandenburg zieht weitere Kontrollen nach sich

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Routinekontrolle: Ein Rindergehirn wird im Labor des Staatlichen Veterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamtes Potsdam auf BSE untersucht Bild: dpa

Nachdem in Brandenburg erstmals seit 2009 bei einem Rind BSE nachgewiesen wurde, kündigen die Behörden nun weitere Untersuchungen an. Eine Ansteckung von Tier zu Tier gilt jedoch als unwahrscheinlich.

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          Nach einem neuen BSE-Fall bei einem Rind in Deutschland werden nun auch dessen Nachkommen untersucht. Von diesen insgesamt sieben Tieren leben noch zwei. „Sie sollen getötet und dann untersucht werden“, sagte Brigitte Gutzmer, Vorstandsvorsitzende der Neuzeller Agrargenossenschaft (Brandenburg), am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

          Mit dem positiven Befund bei dem Tier aus dem Landkreis Oder-Spree war in Deutschland erstmals seit 2009 wieder ein Fall von BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie) bei einem Rind nachgewiesen worden.

          Das Tier habe keine Anzeichen einer klinischen Erkrankung gehabt, teilte das Brandenburger Umweltministerium mit. Es war geschlachtet und getestet worden. Generell werden bei der Schlachtung von Rindern Risikomaterialien wie Hirn und Rückenmark entfernt und fachgerecht vernichtet. An allen Schlachttieren, die älter als acht Jahre sind, werden außerdem BSE-Schnelltests durchgeführt.

          Ansteckung von Tier zu Tier unwahrscheinlich

          Brigitte Gutzmer zufolge wird in Brandenburg nun auch der Bestand kontrolliert, eine Herde von 80 Tieren. Wann Ergebnissen vorliegen werden, war zunächst unklar. Eine Ansteckung von Tier zu Tier gilt jedoch als unwahrscheinlich.

          Nach Einschätzung der Behörden handelt es sich bei dem Fall in Brandenburg um eine atypische BSE - nach Angaben von Fachleuten eine äußerst seltene Erkrankung, die im Gegensatz zur klassischen BSE nur bei älteren Tieren und spontan entsteht. BSE, der so genannte Rinderwahnsinn, kann zu schwammartigen Veränderungen des Gehirns führen.

          Deutschlandweit wurde laut Friedrich-Loeffler-Institut 2009 zuletzt ein BSE-Rind gemeldet. Atypische Fälle seien aus den Jahren 2002 und 2004 bekannt. Von 2001 bis 2009 wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministerium insgesamt mehr als 400 BSE-Fälle registriert.

          Die Tierseuche wurde erstmals 1986 in Großbritannien festgestellt. Hauptursache für die Übertragung der klassischen BSE ist nach derzeitigen Erkenntnisstand die Verfütterung von kontaminiertem Tiermehl. In Deutschland könnte die Infektion nach Angaben des Ministeriums auch auf Milchaustauschfutter zurückzuführen sein.

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