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Interview mit Zoologe : „Homosexuelles Verhalten ist in der Tierwelt weit verbreitet“

Liebesspiel zweier Löwen in Kenias Naturschutzgebiet Masai Mara Bild: Picture-Alliance

Fortpflanzung ist nicht der einzige Grund für Sex. Ob Löwen, Affen oder Pinguine – die Wissenschaft hat schon bei Hunderten Arten die gleichgeschlechtliche Liebe gut erforscht.

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          Herr Bøckman, laut einer soeben in der Zeitschrift „Nature Ecology and Evolution“ veröffentlichten Studie hat sich homosexuelles Verhalten in der Tierwelt nicht mit der Zeit entwickelt, sondern war von den Ursprüngen an immer parallel zu heterosexuellem vorhanden. Hat Sie das überrascht?

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Das hängt davon ab, wie man Homosexualität definiert. Das menschliche Verständnis von Homosexualität auf die Tierwelt anzuwenden, ist riskant. Homosexuelles Verhalten ist in der Tierwelt aber weit verbreitet: Bei 500 Arten ist es gut dokumentiert, bei doppelt so vielen schon mal beobachtet worden. Dieses Forschungsgebiet entwickelt sich rasant und es würde mich nicht wundern, wenn die in „Nature“ vorgestellte These sich als korrekt herausstellt.

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