https://www.faz.net/-gum-9iy6j

Zirkusfestival in Monte Carlo : Dressierte Stars in der Manege

  • -Aktualisiert am

Wie einst Pegasus: Der Royal Circus von Gia Eradze und seine Dressur mit geflügeltem Pferd gewann den goldenen Clown in Monte Carlo. Bild: F.A.Z.

Beim Zirkusfestival in Monte Carlo sind Tiernummern die großen Gewinner. Zwei Arten stahlen den Menschen die Show und machten die ersten beiden Plätze unter sich aus.

          4 Min.

          Doktor Frére ist der gute Hirte der Zirkusartisten. Die Stars in der Manege, ob sie aus Europa stammen, aus Amerika oder gar aus China: Sie alle lieben und verehren den Mitbegründer des Internationalen Zirkusfestivals von Monte Carlo. Alain Frére, Freund des 2005 verstorbenen Fürsten Rainier III., hatte in dessen Auftrag die inoffizielle Weltmeisterschaft der Zirkuskunst von 1974 an aufgebaut.

          Aus der Festivalleitung hat sich der mittlerweile 84 Jahre alte Doktor Frére längst zurückgezogen. Doch er lässt es sich nicht nehmen, die Festival-Artisten den angereisten Journalisten, Zirkusdirektoren und Agenten persönlich in einer Pressekonferenz vorzustellen. Unter ihnen ist auch der Sieger des Festivals, der Raubtierlehrer Martin Lacey jr., der eine atemraubende Dressurnummer mit 26 Löwen und Tigern bot. Lacey, der mit Jana Mandana Lacey-Krone, der Direktorin des Münchener Zirkus Krone, verheiratet ist, reiste mit großem Tross ins Fürstentum von Albert II. Seine Raubtiere, die fast alle im Zirkus Krone zur Welt gekommen sind und die Lacey und seine Mitarbeiter teilweise mit der Flasche großgezogen haben, brauchen neben einer Truppe erfahrener Tierpfleger auch große Wagen und viel vergitterte Auslauffläche. Lacey weiß, wie sehr die Zirkusse mit Tieren unter Druck stehen. Das größte Problem für Dompteure wie ihn und Unternehmen wie Krone seien Zirkusse mit mangelhafter Tierhaltung, sagte er in Monte Carlo.

          Ein Zirkus ohne Tiere?

          Für sich nimmt er in Anspruch, dass er seine Raubkatzen bestens pflegt und mit höchstem Respekt behandelt. Tatsächlich muss ein enges Vertrauensverhältnis zwischen ihm und seinen Tieren bestehen, anders ist es nicht möglich, dass sich zum Beispiel zwei Löwen auf Lacey legen, dass eine andere Katze ihm regelrecht um den Hals fällt oder dass der Dompteur eine Treppe aus Podesten hinuntersteigt und ihm dabei mehrere Löwen folgen. Lacey, der aus einer englischen Raubtierdynastie stammt ist der Chef im Ring, das Alpha-Tier.

          Bilderstrecke
          Zirkusfestival in Monte Carlo : Die Tiernummern räumen ab

          Wie schwierig es ist, von Wildtieren im Zirkus zu sprechen, zeigt sich nicht nur am Beispiel von Laceys in der Gefangenschaft geborenen Raubtieren. Auch die Bisons des deutschen Tierlehrers Marcel Krämer haben nie die amerikanische Prärie abgegrast, sondern wurden in Deutschland für ein Delikatessen-Unternehmen gezüchtet. Wäre er nicht gekommen und hätte sie gekauft, wären die Riesen längst in Form von Hamburgern verspeist worden, erzählt der Dompteur, der auch eine Gruppe von Eseln für die Manege gezähmt hat.

          Ein Zirkus ohne Tiere? Der große alte Mann des Zirkusfestivals von Monte Carlo hält das für absolut unmöglich. In den Jahren, als er das Festival aufbaute, habe es keinerlei Diskussion über ein Tierverbot gegeben, sagt Doktor Frére. Flavio Togni sei damals mit seinen Elefanten aus Italien gekommen, Fredy Knie mit seinen Pferden aus der Schweiz, und alle hätten sie große Erfolge gefeiert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja und der Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik Olivér Várhelyi  am Montag in Luxemburg

          EU-Sanktionen gegen Belarus : „Ich hoffe, dass dieses Regime in die Knie geht“

          Die EU-Außenminister haben das bisher größte Paket von Einreise- und Vermögenssperren gegen Belarus angenommen. Noch härter sollen das Regime aber Wirtschaftssanktionen treffen. Auch da zeichnet sich eine politische Einigung ab.

          VW-Chefs im F.A.Z.-Interview : „Der Computer ist der bessere Autofahrer“

          Bis 2030 soll das erste Roboterauto von VW vom Band rollen. VW-Markenchef Ralf Brandstätter und Software-Chef Dirk Hilgenberg erklären im Interview, warum sie sicher sind, dass bald niemand mehr auf den Computer als Fahrer verzichten will.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.