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Der Mann, der mit Wölfen lebt : Sein Rudel lässt er nicht im Stich

Christian Berge lebt mit Wolfhunden in seinem Zuhause in Buchholz-Aller und engagiert sich als Wolfsschützer. Die Tiere dürfen auch ins Wohnzimmer. Bild: Aders, Hannah

Früher teilte er sein Leben mit Menschen, heute mit Wolfhunden – und Wölfen, die den Wald durchstreifen. Wie der Aussteiger Christian Berge dafür kämpft, dass Wölfe leben dürfen.

          9 Min.

          Ein Ferienhaus im Wald von Buchholz an der Aller. Zwei Zimmer, die Wände holzvertäfelt. Es riecht wie in der Nähe eines Wildtiergeheges im Zoo: scharf und ein wenig stechend. Das kommt daher, dass in dem Ferienhaus nicht nur Christian Berge wohnt, ein 58 Jahre alter ehemaliger Rechtsanwalt und Kommunalpolitiker. Sondern dass dort auch vier Wolfhunde ein- und ausgehen.

          Katrin Hummel

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Tür ist immer offen, daher ist es an diesem sonnigen, verschneiten Montag Ende Januar auch ziemlich kalt. Eingerichtet ist Berge mit Tisch, Stuhl und zwei zerschlissenen Sofas. Bei dem einen fehlt die Rückenlehne, nur ein Schaumstoffrand markiert noch ihre Überreste. Die Wolfhunde haben sie zerstört. „Die Sofas sind von Leuten in meinem Bekanntenkreis, die sie nicht mehr brauchen“, sagt Berge, der einen dreißig Jahre alten, durchlöcherten Norwegerpullover trägt, und zuckt mit den Schultern. „Eine Frau hat sich sogar noch entschuldigt, dass ihr Rolf-Benz-Sofa einen kleinen Riss hat.“ Er lacht. „Ich dachte nur: Warte mal.“

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