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Winterquartier in Wohnungen : Ein Versteck für eine Wanze

Eingewandert aus Asien: die marmorierte Baumwanze Bild: dpa

Wanzen-Alarm! Es wird kälter, und vielerorts suchen Wanzen nach einem warmen Unterschlupf – leider bevorzugen sie Wohnhäuser als Herberge.

          In diesem Jahr gibt es so viele Wanzen wie schon lange nicht mehr. Vor allem in der Rhein-Main-Region haben sich die Insekten, die etwa 450 Eier legen können, im warmen Sommer gut fortpflanzen können. Nun, da es Herbst wird, suchen sie einen warmen Unterschlupf für die kältere Jahreszeit – und fliegen deshalb gern in Wohnungen und Häuser.

          Die heimischen Arten Grüne Stinkwanze und Graue Gartenwanze treten besonders häufig auf, doch auch die aus Ostasien eingewanderte Marmorierte Baumwanze ist derzeit oft zu sehen, wie Claus Wurst vom Naturschutzbund Nabu berichtet. Ein weiterer Einwanderer kommt laut Wurst hinzu: Die Zapfenwanze, die aus Nordamerika eingeschleppt wurde, sei gerade verstärkt unterwegs. „Als saugendes Insekt an Pflanzen und Früchten konnte sie dieses Jahr mit seinem ausgesprochen guten Fruchtertrag sicher große Populationen aufbauen“, sagt Wurst, der beim Nabu für Käfer zuständig ist. Nun suchten die Tiere die Wärme von Hauswänden und geschützte Verstecke für die Nacht auf.

          Viele Twitter-User fragten erstaunt nach, warum in diesem Jahr so viele Wanzen auftauchen. „Ist das ne Epidemie?“, fragt etwa eine Userin. Einige posteten Bilder von Wanzen, die auf Fensterscheiben sitzen.

          Gefährlich für den Menschen sind die Wanzen nicht. „Allerdings haben sie ein Abwehrsekret, das derbe stinkt und sich in Haut und Haaren festsetzt“, sagt Magnus Wessel von der Naturschutzorganisation BUND. Er empfiehlt daher, die Wanzen mit einem Glas und einem Bierdeckel oder Papier einzufangen und nach draußen zu bringen – sie aber keinesfalls zu zerquetschen oder mit bloßer Hand zu berühren. Denn wenn die Tiere sich bedroht fühlen, sondern sie ihr stinkendes Sekret ab. „Außer Absammeln gibt es keine geeigneten Methoden, sie loszuwerden.“

          Wessel sagt, dass das große Vorkommen von Wanzen ein regionales Phänomen sei. „Deutschlandweit gibt es keine Erhebungen zur Häufigkeit von Wanzen.“ Allerdings sei ein trockener Sommer für die Insekten von Vorteil.

          Dass sich die Wanzen in ihren Winterquartieren häuslich einrichten und vermehren, sei nicht zu befürchten. „Die Wanzen pflanzen sich in der Wohnung nicht fort“, sagt Wessel. Sie wollen einfach nur überwintern.

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