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Spanische Studie : Vögel genießen in spanischen Großstädten die Ruhe durch Corona

In Madrid erobern sich Vögel die morgendliche Stille zurück. (Archivbild) Bild: Picture-Alliance

In Spanien fiel durch die Ausgangsbeschränkungen morgens die lärmende Rushhour aus. In den Großstädten passten sich Vögel sehr schnell an die gewonnene Stille an.

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          Die Spanier haben genug von den Ausgangsbeschränkungen, doch die Vögel genießen sie. Laut zwitschernd nutzen sie die morgendliche Stille, die sich in den Städten ausgebreitet hat. Seit im März der Ausnahmezustand in Kraft trat, fällt die lärmende Rushhour am Morgen praktisch aus: Auf einmal können sich die Vögel wieder besser hören.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Kurz nach Tagesbeginn nehmen sie bei der Nahrungssuche und der Fütterung ihrer Jungen die Kommunikation auf, wie man es sonst nur aus Dörfern und ländlichen Gebieten kennt: Je stärker die lauten Menschen und Autos von den Straßen verschwinden, desto mehr kehrt die Natur in die Städte zurück. „Weniger Zeit in der Anwesenheit von Menschen bedeutet mehr Aktivität in den ersten Stunden des Morgens“, lautet das Fazit einer Studie des Katalanischen Instituts für Ornithologie in Barcelona.

          Unterstützt von Hunderten Freiwilligen, haben die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen die Verhaltensänderungen von 16 Vogelarten beobachtet, die sich das ganze Jahr in katalanischen Städten aufhalten. Die neue Ruhe erleichterte ihnen die Arbeit, denn die unterschiedlichen Vögel sind anhand ihrer Stimmen viel leichter zu identifizieren.

          Sie singen noch viel lauter

          Dem größten Teil der Bevölkerung blieb nichts anderes übrig, als auszuschlafen und daheim zu arbeiten. Das hätten sich die Vögel zunutze gemacht und damit gezeigt, wie schnell sie sich anpassen könnten, sagte der Institutsdirektor Gabriel Gargallo der Zeitung „La Vanguardia“: Sie brechen nun frühmorgens auf und singen ungestört noch viel lauter. Damit markieren zum Beispiel Amseln und Ringeltauben ihre Reviere. Zuvor hatten sie auf den morgendlichen Lärm der Stadtbewohner reagiert, indem sie ihre Aktivitäten noch im Dunkeln begannen.

          Gelbfußmöwen und Reiher wagen sich jetzt morgens laut der Studie auf der Suche nach Nahrung immer weiter in das Stadtinnere vor. Bisher hatte die Verstädterung dazu geführt, dass sich die Vögel aus den Zentren zurückzogen. „Die Gesundheits- und Kommunikationsprobleme dieser Vögel gleichen in hohem Maße denen, an denen wir selbst leiden“, sagt Gabriel Gargallo. Der Ornithologe verbindet diese Beobachtung mit einem Rat für die Zeit nach den Corona-Restriktionen: Wenn sich die Bedingungen für Vögel und Natur in den Städten verbesserten, sei das auch gut für die Menschen, die dort lebten.

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