https://www.faz.net/-gum-9pdod

Tierschützer warnen : Vorsicht vor heißem Asphalt

  • Aktualisiert am

Hessen, Flörsheim: Der Hovawart Hector springt am Mainufer des Hundestrandes durchs Wasser. Die Hitze kann auch für Haustiere gefährlich werden. Bild: dpa

Nicht nur Menschen, auch Tiere leiden unter den extremen Temperaturen. Worauf man als Haustierbesitzer achten muss – und wie man feststellt, ob der Asphalt für das Gassigehen zu heiß ist.

          2 Min.

          Der Deutsche Tierschutzbund hat angesichts der Sommerhitze dazu aufgerufen, Heimtiere stets im Blick zu behalten. „Anders als der Mensch können viele Tierarten nicht schwitzen. Die meisten Heimtiere regulieren ihren Wärmehaushalt über Trinken oder Hecheln“, erklärte Tierschutzexpertin Moira Gerlach am Montag in Bonn: „Deshalb ist jederzeit verfügbares frisches Trinkwasser wichtig. Außerdem braucht das Tier einen kühlen Schattenplatz, an den es sich stets zurückziehen kann. Große Anstrengungen sollten dringend vermieden werden.“ Im schlimmsten Fall drohe der Tod durch einen Hitzschlag.

          Unter keinen Umständen dürften Tiere alleine im Auto gelassen werden, warnte Gerlach: „Auch bei bedecktem Himmel oder geöffneten Fenstern steigt die Temperatur im Inneren rasch auf 50 Grad und mehr an, und das Fahrzeug kann so schon innerhalb weniger Minuten zur tödlichen Falle werden.“ Bei ersten Anzeichen von Überhitzung wie starkem Hecheln und Unruhe gelte es, schnell zu handeln: „Das Tier muss aus der Hitze gebracht werden. Nasse Handtücher um die Gliedmaßen helfen bei der Abkühlung.“

          Wenn Symptome auftreten, die auf einen Hitzschlag deuten, müsse unmittelbar ein Tierarzt aufgesucht werden. Lebensgefährliche Kreislaufprobleme könnten sich durch stark gerötete oder sehr blasse Schleimhäute, flache Atmung, verlangsamte Reaktionen und apathisches Verhalten äußern. Dringende Warnsignale seien außerdem Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen und schließlich Bewusstlosigkeit.

          Der Sieben-Sekunden-Test hilft

          Auch beim Gassigehen ist Vorsicht geboten: Glühend heißer Asphalt kann zu Verbrennungen an Hundepfoten führen. Ob die Oberfläche des Gehsteigs zu heiß für die Pfoten des Tieres ist, lässt sich mit dem „Sieben-Sekunden-Test“ prüfen. Darauf weist die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hin.

          Für den Hitze-Test müssen Hundehalter sieben Sekunden lang ihren Handrücken auf die Oberfläche halten. „Wenn sie es nicht durchhalten, ist die Hitze des Untergrundes für Hundepfoten zu hoch“, erklärt Heimtierexpertin Sarah Ross.

          Kommt es beim Gassigehen dennoch zu Verbrennungen, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Bis dahin müssen die betroffenen Pfoten gekühlt werden. Am besten sei, die Pfote unter fließendem Wasser zu kühlen. Das Wasser sollte aber nicht eiskalt sein. Hilfreich sei auch, die Pfote zu bandagieren oder zumindest durch eine saubere Socke zu schützen.

          Idealerweise solle das Gassigehen mit Hunden in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden, sagte Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ein Hundepool könne Abkühlung bringen. Katzen bevorzugten dagegen ein schattiges Plätzchen im Garten oder zögen sich gern ins kühlere Badezimmer oder den Keller zurück. Wer Kaninchen oder Meerschweinchen im Außengehege hält, sollte immer prüfen, ob sich ein großer Teil des Geheges den ganzen Tag über im Schatten befindet, hieß es weiter.

          Weitere Themen

          Gold oder Leben

          Volk der Yanomami bedroht : Gold oder Leben

          In Brasilien bedrohen Goldgräber und Rauschgiftbanden das Volk der Yanomami. Laut eines Bundesgerichts müsste der Staat die Eindringlinge entfernen – doch bisher ignorierte die Regierung das Urteil.

          Topmeldungen

          Die Zahl der Internet-Attacken nimmt zu.

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.
          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

          Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.