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Abgabe von Corona-Haustieren? : „Die Tierheime machen sich auf alles gefasst“

Bist du mein neues Frauchen? Eine Tierliebhaberin schaut sich Anfang Juni eine Katze im Katzenzwinger im Tierheim Berlin an. Bild: dpa

„Ich will einen Hund, notfalls eine Katze“: Solche Anfragen erreichten die Tierheime während der Corona-Pandemie zuhauf. Nun wächst die Sorge vor einer großen Rückgabewelle.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Die Mitarbeiter in Tierheimen sind besorgt, dass nach der Corona-Zeit viele Leute ihre während der Pandemie angeschafften Haustiere wieder loswerden wollen. Lea Schmitz vom Tierschutzbund, dem etwa 550 Tierheime angeschlossen sind, sagte der F.A.S.: „Die Sorge vor einer Abgabewelle und dem, was vielleicht noch kommt, ist groß, und die Tierheime machen sich auf jeden Fall auf alles gefasst. Wenn zum Ende der Pandemie bundesweit viele Tiere auf einmal abgegeben werden sollten, könnte es schnell bedrohlich werden.“ Zumal im Sommer die Heime auch Tiere von Leuten in Pension nehmen, die in die Ferien fahren wollen.

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Bislang sind allerdings nur wenige Fälle bekannt, bei denen Tiere ins Heim gegeben wurden. Das Tierheim Berlin musste schon im Februar vier verhaltensauffällige Hunde aufnehmen, die kaum neun Monate alt waren und die die Halter demnach in der Corona-Zeit angeschafft haben mussten. Das Tierheim in Andernach berichtete, dass im Park ein Welpe angebunden ausgesetzt wurde. In Offenbach registrierte das Tierheim schon im vergangenen Jahr eine Reihe von Fällen, bei denen während Corona angeschaffte Tiere abgegeben wurden. So hatte eine Familie gegenüber dem dortigen Tierschutzverein sogar zugegeben, dass sie ein Kaninchen nur angeschafft hatte, um die Kinder, die nicht in die Schule konnten, zu beschäftigen, und es jetzt nicht mehr wolle.

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