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Haustierverkauf neu geregelt : Kalifornien bekämpft „Kätzchenfabriken“

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Tierheim statt Züchter: Kalifornien regelt den Haustierverkauf neu. Bild: dpa

Tierhandlungen in Kalifornien dürfen nur noch Hunde, Katzen und Kaninchen verkaufen, die aus Tierheimen oder von gemeinnützigen Rettungsorganisationen stammen. Davon sollen auch die Steuerzahler profitieren.

          Seit dem 1. Januar dürfen Tierhandlungen in Kalifornien nur noch Hunde, Katzen und Kaninchen verkaufen, die aus Tierheimen oder von gemeinnützigen Rettungsorganisationen kommen. Tierrechtsgruppen sehen die Maßnahme als Fortschritt gegen sogenannte „Kätzchenfabriken“ und „Massenzuchtbetriebe für Hunde“, wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet. Die Tierschützer befürchten durch die „volumenstarke“ Haustierindustrie eine unwürdige Behandlung der Tiere, die zu gesundheitlichen Problemen führen könne. Kalifornien ist der erste Bundesstaat, der eine solche Regelung einführt.

          Laut Gesetzgebung müssen Ladenbetreiber nun Herkunftsnachweise für die Tiere vorlegen, die zudem gut lesbar am Käfig oder am Gehege angebracht sein müssen. Falls die Nachweispflicht nicht eingehalten wird, droht eine Strafe von 500 amerikanischen Dollar pro Tier. Die Geschäfte müssen zudem öffentlichen Tierkontrollbehörden oder Tierheimen einen regelmäßigen Zugang zu den Aufzeichnungen gewähren. Im Gegensatz zu Tierhandlungen dürfen Einzelpersonen weiterhin bei privaten Züchtern Haustiere kaufen.

          Der sogenannte „Pet Rescue and Adoption Act“ wurde vom Mitglied der Parlamentskammer Patrick O'Donnell eingebracht und im Oktober 2017 vom kalifornischen Gouverneur Jerry Brown unterzeichnet. Der Demokrat O'Donnell bezeichnet das neue Gesetz als „großen Gewinn für unsere vierbeinigen Freunde“ und auch für die Steuerzahler. Denn diese würden jährlich mehr als 250 Millionen amerikanische Dollar für die Unterbringung und Einschläferung von Tieren in Tierheimen ausgegeben.

          Einige kalifornische Tierladenbesitzer haben Bedenken geäußert, dass das Gesetz sich auf ihr Geschäft auswirken könne. Auch der amerikanische Kennel Club, der größte Dachverband der Rassehundezüchter in den Vereinigten Staaten, betrachtet die Regelung kritisch, da Tierhalter durch diese eingeschränkt würden.

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