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Empörung in Südafrika : Nashorn-Schmuggler darf Gefängnis vorzeitig verlassen

  • Aktualisiert am

Nashörner in einem Naturschutzgebiet nahe Johannesburg Bild: dpa

Ein Gericht in Südafrika hatte einen Nashorn-Schmuggler zu 40 Jahren Haft verurteilt – die hohe Strafe galt damals als Durchbruch. Doch nun darf der Thailänder das Gefängnis bereits nach sechs Jahren verlassen.

          In Südafrika hat die vorzeitige Haftentlassung eines Nashorn-Schmugglers für Empörung gesorgt. Der Thailänder Chumlong Lemtongthai konnte das Gefängnis in der Hauptstadt Pretoria in der vergangenen Woche nach nur sechs Jahren Haft unter Auflagen verlassen und reiste umgehend zurück nach Bangkok, wie Behördenvertreter am Montag bestätigten. Ein Gericht in Johannesburg hatte ihn 2012 zu 40 Jahren Haft wegen illegalen Handels mit Rhinozeroshörnern verurteilt.

          Der Thailänder war im Juli 2011 festgenommen worden und hatte im Prozess gestanden, sich auf betrügerische Weise Jagdgenehmigungen für Nashörner verschafft zu haben. Er hatte nach eigenen Angaben Prostituierte als Jägerinnen ausgegeben, um die wertvollen Hörner als Jagdtrophäe exportieren zu können. So wurden nach Erkenntnissen der Ermittler 26 Hörner außer Landes gebracht und auf dem asiatischen Schwarzmarkt verkauft.

          Können Wilderer mit Nachsicht rechnen?

          Die ungewöhnlich harte Strafe war von Tierschützern damals als Durchbruch bei der Strafverfolgung von Nashorn-Schmugglern gefeiert worden. In Berufungsverfahren war das Strafmaß 2013 und 2014 reduziert worden.

          Die vorzeitige Haftentlassung sei eine „Schande“ und spotte der Schwere der verübten Verbrechen, kritisierte Audrey Delsink von der Tierschutzorganisation Humane Society International. Wilderer mit Verbindungen zu Schmuggler-Netzwerken könnten nun mit „Nachsicht“ rechnen. Die Umweltorganisation WWF forderte die südafrikanischen Behörden auf, sich für eine „erfolgreiche Strafverfolgung und angemessene Strafen“ einzusetzen.

          In Südafrika leben rund 80 Prozent aller Nashörner. In den vergangenen acht Jahren wurde ein Viertel der weltweiten Population getötet. Die südafrikanischen Behörden verzeichneten in den vergangenen fünf Jahren jeweils mehr als tausend getötete Nashörner. Die Nashorn-Jagd ist in Südafrika grundsätzlich erlaubt, allerdings nur unter Auflagen. Der Export des begehrten Horns ist eingeschränkt möglich. In der traditionellen asiatischen Medizin werden dem Horn heilende Kräfte zugeschrieben.

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