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Seuchenschützer in China : Besitzer in Quarantäne, Hund erschlagen

Nur keine Infektion riskieren: Ein Hundebesitzer in Schanghai führt seinen Hund während des Lockdowns mit Schutzanzug und Maske in seiner Wohn­anlage aus. Bild: Reuters

In China werden immer wieder Haustiere getötet, wenn ihre Besitzer in Quarantänezentren untergebracht sind. Gegen das grausame Vorgehen regt sich Protest.

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          Ein Video aus Schanghai zeigt, wie ein Mann in einem Seuchenschutzanzug mit einer Stange auf einen hellbraunen Hund einschlägt. Wenige Augenblicke später liegt das Tier blutüberströmt auf der Straße – der Corgi ist tot. Die Besitzer des Hundes waren kurz zuvor aus ihrer Wohnung im Stadtteil Pudong abgeholt worden. Nach positiven Corona-Tests wurden sie, wie Zehntausende andere, in ein Massenisolationszentrum gebracht. Der strikte Lockdown in Schanghai bringt viele Probleme mit sich. Den Bewohnern mangelt es an lebenswichtigen Medikamenten, medizinischer Versorgung, Zugang zu Essen und Trinkwasser.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Für Haustierbesitzer kommt noch eine weitere Sorge hinzu: die Sorge um das Überleben ihrer Hunde und Katzen, falls sie selbst in eine Isolationseinrichtung gebracht werden. Wenn sie die Tiere freilassen, ist deren Schicksal ungewiss. Wenn sie ihre Hunde und Katzen zu Hause zurücklassen, besteht die Gefahr, dass sie verdursten oder verhungern. Eine Unterbringung bei Nachbarn stößt auf Widerstand bei den Nachbarschaftskomitees, die in den Wohnblocks das Sagen haben. Eine Frau aus Schanghai veröffentlichte am Donnerstag den Mitschnitt eines Telefonats, in dem ihr ver­boten wurde, ihre Katzen zu einer Freundin im Nachbarhaus zu bringen. Die Tiere, so die Begründung, könnten sich ebenfalls mit Corona infiziert haben. Deshalb müssten die Katzen „abgeholt“ werden.

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