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An der Küste Mexikos : „Rote Flut“ tötet fast 300 seltene Meeresschildkröten

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Eine Meeresschildkröte kriecht im mexikanischen Oaxaca über den Strand zum Meer (Symbolbild). Bild: dpa

Als die Algenblüte kam, färbte sie das Meer rot und hinterließ giftige Mikroorganismen: Hunderte Schildkröten starben. Die verendeten Tiere gehörten vom Aussterben bedrohten Arten an.

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          Mikroalgen färbten das Wasser rot und töten Meeresbewohner: Knapp 300 Meeresschildkröten bedrohter Arten sind in Mexiko nach einem Massenauftreten giftiger Mikroorganismen, die in einer Alge vorkommen, verendet. Die sogenannten Dinoflagellaten wurden von Salpen, quallenähnlichen Meerestieren, aufgenommen, die jedoch nicht daran starben. Die Salpen sind jedoch eine Beute von Meeresschildkröten, die mit ihnen die Nervengifte gefressen hatten. Das teilte ein Biologe vom Centro Mexicano de la Tortuga (Mexikanischen Schildkrötenzentrum) in Mazunte mit. Er berichtigte damit frühere Angaben der Ermittlungsbehörde des Umweltministeriums vom Donnerstag.

          In den vergangenen Wochen waren an verschiedenen Stränden des südlichen Bundesstaates Oaxaca Meeresschildkröten tot aufgefunden worden. An Weihnachten war es demnach an der dortigen Pazifikküste zu einer toxischen Algenblüte gekommen, dessen Hauptbestandteil Dinoflagellaten sind – einer sogenannten „Roten Flut“. Dabei verfärbte sich das Meer durch das erhöhten Vorkommen von Phytoplankton rot. Insgesamt verendeten demnach 292 Exemplare der Arten Schwarze Meeresschildkröte und Oliv-Bastardschildkröte. Weitere 27 Tiere seien gerettet worden.

          Die Schwarze Meeresschildkröte ist vom Aussterben bedroht und steht durch das Washingtoner Artenschutzabkommen unter internationalem Schutz. Vor allem wegen ihres Fleisches und ihrer Eier wurden die bis zu 130 Kilo schweren Tiere Meerestiere intensiv bejagt. Auch die mit bis zu 50 Kilogramm weitaus kleinere Art der Oliv-Bastardschildkröte ist vom Aussterben bedroht.

          Durch den Anstieg der Gewässertemperaturen infolge der globalen Erderwärmung rechnen Wissenschaftler mit einer Zunahme von Algenblüten in Seen und in Meeren – vor allem in Küstennähe.

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