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Artenschutz : Der Riesenpanda ist nicht mehr vom Aussterben bedroht

  • Aktualisiert am

Pandabären sind Einzelgänger und ernähren sich vor von Bambus. Bild: AFP

Der Riesenpanda ist von der Liste bedrohter Tiere genommen worden. Artenschützer warnen jetzt allerdings vor dem Aussterben des größten Gorillas.

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          Schlechte Nachrichten für den größten Gorilla der Welt: Artenschützer haben den sogenannten Östlichen Gorilla auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten genommen. Wegen Wilderei und Krieg im Herzen Afrikas sei der größte Menschenaffe ernsthaft in seiner Existenz bedroht, erklärte die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Sonntag in Honolulu. Die Panda-Population hat sich hingegen erholt und gilt nicht mehr als vom Aussterben bedroht.

          Der Naturschutzorganisation zufolge gibt es derzeit nur noch 5000 Östliche Gorillas (Gorilla beringei). In Bedrängnis bringt den majestätischen Urwaldbewohner vor allem die unsichere und gesetzlose Lage in Teilen der Demokratischen Republik Kongo, einem seiner Hauptsiedlungsgebiete.

          IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen sprach von einem „traurigen Tag“. Die Rote Liste ihrer Organisation zeige, „wie wir einige unserer engsten Verwandten ausrotten“. Laut der Weltnaturschutzunion haben dem Östlichen Gorilla Kriege, Jagd und der Verlust seines Lebensraumes in den vergangenen 20 Jahren zu schaffen gemacht. Die Population sei um 70 Prozent zurückgegangen.

          Ein männlicher Berggorilla, aufgenommen im Nationalpark Volcanoes in Ruanda (Archivfoto von 2005). Mit dem Östlichen Gorilla ist nun auch der größte Menschenaffe vom Aussterben bedroht.
          Ein männlicher Berggorilla, aufgenommen im Nationalpark Volcanoes in Ruanda (Archivfoto von 2005). Mit dem Östlichen Gorilla ist nun auch der größte Menschenaffe vom Aussterben bedroht. : Bild: dpa

          Derzeit gibt es auf der Erde 1864 erwachsene Pandabären

          Insgesamt stehen nun vier der sechs Menschenaffen-Arten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Darunter sind neben dem Östlichen Gorilla der Westliche Gorilla sowie der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan. Schimpansen und Bonobo-Affen gelten als gefährdet.

          Als Lichtblick sehen die Experten hingegen die Entwicklung beim Riesenpanda, der positiv auf die verstärkten Bemühungen zum Artenschutz in China reagiert. Auf der überarbeiteten Roten Liste wird der schwarz-weiße Bär, der sich kaum fortpflanzt, nicht mehr als vom Aussterben bedroht, allerdings immer noch als gefährdet eingestuft.

          Nach jüngsten Schätzungen gibt es derzeit auf der Erde 1864 erwachsene Pandabären. Zusammen mit deren Nachwuchs wird die Zahl auf 2060 geschätzt. Die IUCN führte die leichte Erholung beim Pandabär auf die erfolgreichen Bemühungen der chinesischen Regierung zurück, das symbolträchtige Tier zu erhalten. Dazu zählt demnach die Aufforstung von Bambuswäldern in China sowie die Leihgabe von Pandas zur Fortpflanzung an Zoos in aller Welt.

          Zwei ein Jahr alte Pandas, aufgenommen im Washingtoner Zoo im August 2016.   Forscher sehen für den Riesenpanda  weiterhin Gefahren – etwa durch die weltweite Klimaerwärmung.
          Zwei ein Jahr alte Pandas, aufgenommen im Washingtoner Zoo im August 2016. Forscher sehen für den Riesenpanda weiterhin Gefahren – etwa durch die weltweite Klimaerwärmung. : Bild: AFP

          Der Klimawandel könnte den Pandas noch zu schaffen machen

          „Das ist ein Grund zu feiern, weil man so etwas gerade in diesem Teil der Welt nicht erwarten würde“, sagte IUCN-Kommissionschef Simon Stuart in Honolulu. Der Primatologe John Robinson von der Wildlife Conservation Society sagte: „Die Chinesen haben beim Panda wirklich einen guten Job gemacht.“ Dies gelte umso mehr, als die Experten nur bei sehr wenigen Arten die Bedrohungseinstufung herabsetzen konnten.

          Forscher sehen für den Riesenpanda aber weiterhin Gefahren – etwa durch die weltweite Klimaerwärmung. In den kommenden 80 Jahren könnten die steigenden Temperaturen rund ein Drittel der Bambuswälder, in denen der Riesenpanda lebt, vernichten.

          Die 1948 gegründete IUCN ist das erste internationale Umweltschutznetzwerk. Mehr als 200 Regierungen und 800 Nicht-Regierungsorganisationen sind Mitglied der Vereinigung, die sich in Erhaltungs- und Wiederaufforstungsprojekten engagiert. Die IUCN erstellt die weltweit umfassendste Rote Liste der bedrohten Arten. Derzeit tagt die Organisation in Honolulu im amerikanischen Bundesstaat Hawaii.

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