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Raus aus der Wiese : Rettet Bambi!

Mit Hilfe von Drohnen können Rehkitze vor der Mahd in hohen Wiesen aufgespürt werden. Bild: dpa

Etwa 90.000 neugeborene Rehe werden Schätzungen zufolge jährlich durch Mähmaschinen getötet. Doch das kann verhindert werden: Mit Drohnen werden Kitze im hohen Gras aufgespürt – bevor die Mähmaschine kommt.

          7 Min.

          Bauer Thomas Reiter, 40 Hektar Futterbau, 60 Milchkühe, steht um sieben Uhr in der Früh im Nieselregen auf einer Wiese im hüfthohen Gras und findet es unerträglich, dass man sie einfach nicht sieht. Nicht beim ersten Schnitt. Aber auch nicht nach dem zweiten Schnitt, wenn Weidelgras, Schafgarbe und Glatthafer nicht so hoch gewachsen sind. „Man sieht sie einfach nicht.“ Da kann man noch so langsam fahren mit dem Traktor, vor sich das Kreiselmähwerk mit den rotierenden Scheiben. „Die liegen ganz ruhig unter all dem Gras und laufen nicht weg.“ Reiter zeigt auf die wogenden Halme und erzählt, wie furchtbar es ist, wenn man ein Kitz „zermäht“, wie es dann schreit. „Das vergisst du nicht.“

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Deshalb ist er an diesem Morgen nicht allein auf der Wiese im Landkreis Erding, rund 60 Autominuten von München und nur ein paar Kilometer von seinem Hof in Hinterholzhausen entfernt. Inmitten surrender Gewitterfliegen steht er neben dem Kitz-Rettungs-Team des Bayerischen Jagdverbands, zu erkennen am Ranger-Khaki-Outfit: Wildtierbiologe Thomas Schreder, Försterin Carla Thamm und Agrarwissenschaftlerin Nathalie Ritter. Heute sind die beiden Fachreferentinnen des Verbands als Drohnenpilotinnen im Einsatz.

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