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Polopferde in Aserbaidschan : Von der Pampa in die Steppe

  • -Aktualisiert am

Angekommen: Beim Polo-Turnier in Baku kommen ausschließlich argentinischstämmige Pferde zum Einsatz. Bild: World Polo GmbH

Vor fünf Jahren wurden fünf Pferde von Argentinien nach Aserbaidschan geflogen, um dort den Polosport heimisch zu machen. Hat das geklappt? Ein Ortsbesuch.

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          Neugierig schaut die Pferdedame Mancha aus ihrer Box ins Freie. Andrés Laplacette erkennt mit einem Blick, dass sie es war, die im Sommer 2013 auf einem Foto in der F.A.Z. posierte. Da wurde sie zusammen mit 19 weiteren Pferden im Container eines Cargo-Flugzeugs der Lufthansa von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires nach Frankfurt geflogen. Fünf Pferde reisten auf dem Landweg von Frankfurt nach Spanien weiter, auf Mancha und 14 mitreisende Tiere wartete noch einmal ein viereinhalbstündiger Flug mit Ziel Baku in Aserbaidschan. Denn die speziell für den Polosport gezüchteten Pferde sollten das Spiel in Aserbaidschan heimisch machen. Und wie sieht es nun aus, fünf Jahre später? Ortstermin mit Mancha und anderen in Baku.

          Mancha heißt auf Spanisch Flecken; mit Hilfe der großen weißen Flecken auf dem Kopf und dem Körper ist die Pferdedame leicht zu identifizieren. Andrés „Lala“ Laplacette, Spross einer renommierten argentinischen Polospieler-Dynastie, lässt Mancha aus der Box führen und für einen neuerlichen Fototermin striegeln. Andrés hält sich regelmäßig mehrere Monate in Aserbaidschan auf, um Pferde und Polospieler zu trainieren und die Arbeitsabläufe zu organisieren. Bis heute ist die Polo-Pferdegruppe, die ausschließlich aus Argentinien stammt und durch mehrere weitere Lufttransporte ergänzt wurde, auf eine halbe Hundertschaft angewachsen. Zwei argentinische Deckhengste haben zusätzlich für Nachwuchs gesorgt, acht „argentinische“ Fohlen wurden bislang auf aserbaidschanischem Boden geboren.

          Der Polosport ist in dem kaukasischen Land inzwischen tatsächlich etabliert. Schon bald nach der Ankunft der ersten Tiere in Baku gab es 2013 das erste aserbaidschanische Arena-Polo-Turnier, in diesem Jahr fand vor zehn Tagen bereits der sechste „Azerbaijan Polo World Cup“ statt. Die Polopferde sind auf dem weitläufigen Gelände des „Elite Horse and Polo Club“ untergekommen, das in der Nähe des Flughafens von Baku liegt. Dort werden von den Clubmitgliedern auch andere Sportarten wie Pferderennen, Dressur- und Springreiten praktiziert.

          Das bedeutendste Exportland der Welt für Polopferde

          Die Verbindung zwischen Argentinien und Aserbaidschan über den Polosport ist nicht so wunderlich, wie sie auf den ersten Blick erscheint. In der Kaukasusregion waren viele Reitervölker heimisch. Noch heute wird in Aserbaidschan eine jahrtausendalte Pferdesportart ausgeübt, die dem Polo sehr ähnlich ist: das Chovgan. Vermutlich ist es in Persien entstanden. Der persische König Dareios III. ließ Alexander dem Großen 334 vor Christus angeblich einen Poloschläger und einen Ball zukommen, wohl als Friedensgeste, um ihn von einer Invasion nach Persien abzuhalten. Doch Alexander ließ sich nicht umstimmen. Er besiegte Dareios 333 bei Issos in der Schlacht, die man vom Geschichtsunterricht her kennt. Eselsbrücke: „Drei-drei-drei, bei Issos Keilerei“.

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