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Gerichtsurteil : Bayerisches Paar muss ostdeutschen Dackel zurückgeben

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Die ursprüngliche Halterin Jutta K. hält ein Foto der Dackeldame Bonny in Händen. Nun bekommt sie die Hündin zurück. Bild: dpa

Aus „Lulu“ wird wieder „Bonny“: Einem Paar läuft eine Dackeldame zu, es nimmt sie bei sich auf. Doch die ursprünglichen Besitzer wollen die Hündin zurück. Ein jahrelanger Rechtsstreit entbrannte – und hat nun in Potsdam sein Ende gefunden.

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          Lulu, so heißt die kleine Hundedame kurz und knapp bei ihrer jetzigen Familie in München. Seine ersten Lebensmonate verbrachte der Dackel allerdings unter dem klangvollen Namen Bonny von Beelitz in dem Örtchen Ferch westlich von Berlin. Im Jahr 2012 war der Rauhaardackel als Jungtier einem Jäger aus Ferch in Brandenburg davongelaufen. Urlauber lasen den Hund ohne Marke und Halsband einen Tag später nahe einer Autobahnauffahrt auf und nahmen ihn mit. Erst Jahre später erfuhren sie per Zufall von Lulus Herkunft.

          Es kam zum erbitterten Streit. Jetzt, viereinhalb Jahre später muss aus dem bayerischen Teckel wieder ein preußischer Dackel werden. So hat es am Mittwoch das Landgericht Potsdam entschieden. Die Münchner
          bekommen 3271,16 Euro Entschädigung für all das Hundefutter, das sie ihrem Liebling serviert haben, für den Tierarzt und für andere Kosten. Aber sie müssen das Tier auf jeden Fall zurückgeben. „Sonst kommt ein
          Gerichtsvollzieher und holt den Hund ab“, erläutert Justizsprecherin Sabine Dießelhorst.

          Die Bayern sind tieftraurig: „Lulu wird nach viereinhalb Jahren aus ihrer Familie (zwei Menschen, ein weiterer Teckel) gerissen und in eine für sie sicherlich verängstigende Situation gegeben“, heißt es in einer Erklärung am Tag des Urteils. „Ob dies dem Wohl des Tieres dient, kann mehr als bezweifelt werden“, prangern sie an.

          Ehepaar hätte das Ordnungsamt einschalten müssen

          Dem Gericht wäre im Sinne des Hunde-Wohles eine einvernehmliche Lösung lieber gewesen, sagt Dießelhorst. Doch weder alte noch neue Besitzer hatten auf das Tier verzichten wollen. Und vor dem Gesetz ist ein Tier nichts anderes als eine Sache. Für Fundsachen gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch klare Regelungen. „Der Eigentümer kann von dem Besitzer die Herausgabe der Sache verlangen“, heißt es in Paragraf 985 BGB.

          Und der rechtmäßige Eigentümer ist nach gültiger Rechtslage eben der Jäger aus Ferch. Seine Frau hatte ihm den Rauhaardackel zum 70. Geburtstag geschenkt. Dieses Eigentum habe der Mann aus Brandenburg nie aufgegeben, erklärt die Richterin Christel Schulz bei der Urteilsverkündung.

          Nach den Feststellungen des Gerichts hat das Paar nach dem Auffinden des Dackels vor viereinhalb Jahren einen entscheidenden Fehler gemacht: Die Bayern hätten das Ordnungsamt nicht eingeschaltet und somit unrechtmäßig gehandelt. Das Urteil ist unanfechtbar.

          Lulus alte Identität als Bonny von Beelitz war bekannt geworden, nachdem die Münchner einen zweiten Teckel hatten anschaffen wollen und beim Züchter neue Papiere beantragten. Die Bayern beteuerten in der Mitteilung, sie hätten schon vorher auf verschiedensten Wegen nach den Ur-Besitzern gesucht - ohne Ergebnis. Der Ausreißer habe weder Halsband noch Marke gehabt. Eine Polizeistreife habe den Dackel nicht an sich nehmen wollen. Deswegen habe man das Tier mitgenommen.

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