https://www.faz.net/-gum-864cz

Nilgänse : Wären sie doch in Übersee geblieben

  • -Aktualisiert am

Nicht am Nil, sondern am Rhein: Unverwechselbar stolziert die Afrikanische Gans durch deutsche Felder, Wälder und auch Parkanlagen. Bild: Carl-Albrecht von Treuenfels

Die Nilgans breitet sich immer weiter in Deutschland aus und macht es manchen heimischen Vogelarten schwer. Was tun? Zugucken oder Jagd auf die Zugereisten machen?

          7 Min.

          Für viele Vögel ist die Brut beendet. Manche sind noch mit einem Zweit- oder Nachgelege mitunter bis in den August beschäftigt. Doch schon jetzt steht fest, dass sich der Rückgang mancher Arten auch in diesem Jahr fortsetzt – besonders bei Sing-, Feld- und Wiesenvögeln und einigen Greifvogelarten. Eine vorläufige Auswertung der diesjährigen Brutsaison steht erst in einigen Monaten zur Verfügung. Die von vielen Ornithologen zusammengetragenen Zahlen werden dann in die Statistik des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) eingehen. Zunächst werden sie auf dem Internetportal „ornitho.de“ zu sehen sein. Später werden sie ihren Niederschlag in der Fortführung des erstmalig in diesem Jahr erschienenen „Atlas Deutscher Brutvogelarten“ finden. In diesem 800 Seiten dicken Buch sind das Bruthabitat, der Bestand und die Verbreitung von 311 brütenden Arten erfasst und beschrieben. In mehr als zehnjähriger Arbeit haben Hunderte von Vogelbeobachtern Daten gesammelt. Der Zeitraum der Auswertung endet 2009.

          Den Hauptteil des in Zusammenarbeit von DDA und der Stiftung Vogelmonitoring Deutschland herausgegebenen Werkes machen die Kapitel über die Arten aus. Aus ihnen werden die Vielfalt der hiesigen Vogelwelt, aber auch die Veränderungen ihres Spektrums in jüngerer Vergangenheit deutlich. Eine besondere Rolle spielen die „gebietsfremden“ Arten, sogenannte Neozoen. Ob selbständig eingeflogen, aus Gefangenschaft entwichen oder widerrechtlich ausgesetzt und angesiedelt: Bis zum Sommer 2012 wurden nicht weniger als 360 gebietsfremde Vogelarten in Deutschland festgestellt. Die Mehrzahl von ihnen gab nur ein kurzes Gastspiel, doch immerhin 90 Arten brüteten auch bereits in unseren Breiten.

          Viele „Zugereiste“ unter Gänsen

          Inzwischen gelten acht Prozent der Vogelarten als „etablierte Neozoen“, wie Fachleute die dauerhaft niedergelassenen Neuankömmlinge nennen. Zwölf bis 14 Arten haben über mehrere Generationen langfristig stabile Brutpopulationen aufgebaut und sich weiträumig verbreitet. Während der aus Vorderasien stammende Jagdfasan schon vor Jahrhunderten auch in Deutschland angesiedelt wurde und von vielen Menschen als heimische Art angesehen wird, gelten die in mehreren deutschen Städten zu Hunderten brütenden Halsbandsittiche auch in Zukunft sicher weiterhin als Exoten.

          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android
          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android

          Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

          Mehr erfahren

          Besonders viele „Zugereiste“ gibt es unter den Gänsen. Nicht weniger als sechs außereuropäische Arten brüten in Deutschland, zwei davon in stattlicher Zahl. Bei diesen Neusiedlern gehen die Meinungen stark auseinander, auch unter den Vogelfreunden und Naturschützern. Die einen sehen in ihnen eine Bereicherung, für die anderen verfälschen sie die Fauna und stellen eine Bedrohung für die heimischen Arten dar. Während einige der Natur freien Lauf lassen wollen, ist eine Mehrheit dafür, ihre Ausbreitung zu begrenzen oder sie sogar auszurotten.

          Weitere Themen

          Vier Frauen verprügeln Mann bei Blind Date

          In Tuttlingen : Vier Frauen verprügeln Mann bei Blind Date

          Im Glauben sich mit einer Unbekannten auf ein Rendezvous zu treffen, fährt ein junger Mann nachts zu einem Parkplatz. Doch statt einer Frau erwarteten ihn gleich vier, die ihn aus dem Auto zerren und auf ihn einschlagen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.