https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/neues-gesetz-in-griechenland-kein-eselreiten-fuer-schwere-touristen-15830724.html

Neues Gesetz in Griechenland : Eselreiten für schwere Touristen verboten

Beliebte Attraktion: Schon Bundeskanzler Konrad Adenauer stieg 1954 auf der Insel Santorin in den Sattel. Bild: Sammlung Felix von Eckardt

Das griechische Landwirtschaftsministerium untersagt Menschen, die mehr als 100 Kilo wiegen, auf Eseln zu reiten. Tierschützer hatten den schockierenden Zustand der Tiere angeprangert.

          1 Min.

          In Griechenland dürfen Menschen, die mehr als 100 Kilogramm wiegen, nicht mehr auf Eseln reiten. Das hat das griechische Landwirtschaftsministerium beschlossen. Es reagiert damit auf die Vorwürfe von Tierschutzorganisationen wie „Help the Santorini Donkeys“ und „Donkey Sanctuary“, die schockierende Bilder von Eseln mit offenen Rückenverletzungen veröffentlicht hatten. Vor allem auf Santorin werden Esel und Maultiere als Reittiere für Touristen eingesetzt. Die griechischen Inseln sind hügelig, vom Meer aus sind die Städte meist nur über Stufen zu erreichen. Traditionell wurden darum Esel genutzt, um Lasten zu transportieren. Reisende auf Kreuzfahrtschiffen reiten sie noch heute, um ins Zentrum zu gelangen und ein „original griechisches Erlebnis“ im Urlaub zu haben, wie Tierschützer kritisieren.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Sommer fotografierten Tierschützer die Verletzungen der Tiere und reichten Beschwerden an das Ministerium ein. Auch Fotos, die übergewichtige Touristen beim Reiten zeigen, wurden veröffentlicht. Die Tierschützer kritisierten außer der hohen Gewichtsbelastung, dass die Esel kein Wasser bekämen und in der prallen Sonne auf die Touristen warten müssten.

          Warten in der Sonne auf die Touristen: Tierschützer kritisierten auch, dass die Esel dabei kein Wasser bekämen.
          Warten in der Sonne auf die Touristen: Tierschützer kritisierten auch, dass die Esel dabei kein Wasser bekämen. : Bild: Help the Santorini Donkeys

          In der Richtlinie des Ministeriums für den Gebrauch „pferdeähnlicher Tiere“ wird verlangt, dass die Tiere in einem gutem gesundheitlichen Zustand sein müssen, um als Arbeitstiere eingesetzt zu werden. Ihnen muss Wasser und Futter gegeben werden. Weiter heißt es: „Die Tiere dürfen nicht mit übermäßigem Gewicht belastet werden. Die Last darf 100 Kilogramm oder ein Fünftel des Körpergewichts nicht übersteigen.“

          June Corbett Newby von „Help the Santorini Donkeys“ zeigte sich erfreut über die Richtlinie. Allerdings fürchte sie, dass die Richtlinie nicht umgesetzt werde, da die Maultierführer und die Polizei sich nicht darum scherten, wie es den Tieren gehe. „Auf den Inseln werden griechische Gesetze nicht umgesetzt.“ Außerdem bezweifelt sie, dass die Anbieter von Eselreiten künftig die Touristen wiegen werden, bevor sie auf ein Tier steigen dürfen. „Trotzdem ist es wichtig, die Touristen darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich unter Umständen strafbar machen“, sagte die Tierschützerin.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundeskanzler Olaf Scholz und Präsident Joe Biden auf dem G-7-Gipfel in Elmau

          Russische Öleinnahmen : Ein Rückschlag für den Westen

          Russland profitiert vom steigenden Ölpreis. Ein Preisdeckel, über den auf dem G-7-Gipfel in Elmau beraten wird, könnte eine Lösung sein. Die Folgen sollten aber genau geprüft werden.

          Supreme Court : Kulturkampf der Richter

          Abtreibung und Waffenrecht: Der Supreme Court urteilt gegen gesellschaftliche Mehrheiten in den Vereinigten Staaten. Das birgt Risiken für die Republikaner.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.