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Garantiert genügend Auslauf : Julia Klöckner plant neue Hunde-Verordnung

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Julia Klöckner plant neue Verordnung: Für Hunde soll es künftig strengere Regelungen für Auslauf und Betreuung geben. Bild: dpa

„Haustiere sind keine Kuscheltiere – ihre Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden“, darum macht sich die Bundeslandwirtschaftsministerin in einer neuen Verordnung stark für ausreichend Bewegung und Pflege für die Tiere. Was bedeutet das für Züchter und Halter?

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          Nicht nur mehr Auslauf und Betreuung von Hunden setzt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) auf die Agenda – auch strengere Regeln für Tiertransporte und Hundezüchtung sind geplant. Eine Verordnung dafür solle möglichst Anfang 2021 verkündet werden, teilte ihr Ministerium am Montag in Berlin mit - bisher liegt ein Entwurf Klöckners vor, der nun mit den Ländern und Fachverbänden abgestimmt werden soll. Die Verordnung soll Hundehalter unter anderem verpflichten, ihrem Tier mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers zu geben.

          Mindestens vier Stunden täglich sollen sich private und professionelle Hundezüchter demnach künftig um Welpen kümmern müssen, damit diese sich ausreichend an Menschen gewöhnen. Für die Hundezucht soll gelten, dass ein Betreuer höchstens drei Würfe – also Welpen-Nachwuchs einer Hündin – gleichzeitig betreuen darf.  Auch die sogenannte Anbindehaltung, das dauerhafte Anketten, soll grundsätzlich verboten und nur noch unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein.

          Julia Klöckner hatte sich vermehrt für Tierwohl eingesetzt und sich zuletzt stark gegen Billigfleisch positioniert. Gefördert von den Diskussionen um die Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen in Nordrhein Westfalen, war eine deutlichere Politik gegenüber verbesserten Lebensbedingungen für Tiere von Seiten des Landwirtschaftsministeriums entstanden.

          Durchführung der Verordnung liegt bei den Ländern

          Auf die Frage, wie die Regeln insbesondere bei privaten Hundebesitzern kontrolliert werden sollen, seien die Behörden der einzelnen Länder zuständig, hieß es aus dem Ministerium. Diese würden aber sicherlich nicht bei jedem Hundebesitzer klingeln und fragen, ob er schon mit dem Hund draußen war. Es gehe hier vor allem um die Regulierung der Zwingerhaltung von Hunden.

          Für Tiertransporte innerhalb Deutschlands will Klöckner darüber hinaus festlegen, dass sie maximal viereinhalb Stunden dauern dürfen, falls die Temperaturen im Transporter zwischenzeitlich über 30 Grad klettern können. „Gerade im Sommer bei hohen Temperaturen müssen wir vermeiden, dass den Tieren durch Hitze vermeidbare Leiden zugefügt werden“, sagte Klöckner. Darum setze sie hier auch über das EU-Recht hinausgehende strengere Regeln durch.

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