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Nach Tod von „Cecil“ : Zimbabwe verbietet Großwildjagd

  • Aktualisiert am

Zu Lebzeiten ein beliebtes Fotomotiv: Löwe „Cecil“ Bild: dpa

Nach dem Tod des Löwen „Cecil“ scheint Zimbabwe hart durchzugreifen: Das Land verschärft die Bedingungen für eine Jagd drastisch.

          2 Min.

          Nach der Tötung des Löwen „Cecil“ in Zimbabwe zieht das Land drastische Konsequenzen: Ab sofort ist die Jagd auf Löwen, Leoparden und Elefanten auch außerhalb des Hwange-Nationalparks verboten. „Eine solche Jagd darf nur noch durchgeführt werden, wenn sie schriftlich vom Generaldirektor der zuständigen Parkbehörde genehmigt wurde und wenn die Jäger von Mitarbeitern des Parks begleitet werden“, zitierte die Zeitung „New Zimbabwe“ eine Mitteilung des Chefs der Parkbehörde vom Samstag.

          Die Tötung des 13 Jahre alten „Cecil“ hat in der vergangenen Woche weltweit Empörung ausgelöst. Das südwestafrikanische Land Zimbabwe will die Auslieferung des Jägers aus den Vereinigten Staaten erreichen. Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer soll den Löwen, der als eine Art Wahrzeichen des Nationalparks im Nordwesten des Landes galt, mit zwei Helfern aus dem Park gelockt haben. Anschließend schoss er mit Pfeil und Bogen auf das Tier, das 40 Stunden qualvoll gelitten haben soll, bis Palmer es schließlich erschoss. Palmer hält sich offenbar wieder in den Vereinigten Staaten auf, seine Helfer kamen nach einer Zahlung von je 1000 Dollar auf freien Fuß.

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          Speziell die Jagd mit Pfeil und Bogen sei mit sofortiger Wirkung untersagt, hieß es weiter. Der Parkbehördenchef Edison Chidziya betonte, die Behörde werde nicht zögern, Jäger, die die Anordnung missachteten, festzunehmen und vor Gericht zu bringen.

          Elf Löwen kamen 2014 nach Deutschland

          Aus den Daten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) geht indes hervor, dass im letzten Jahr Jagdtrophäen von elf Löwen legal nach Deutschland eingeführt worden sind. Das berichtet die „Welt am Sonntag“. Unter den Trophäen waren demnach auch 43 Schwarzbären, 36 Leoparden sowie sieben Afrikanische Elefanten und ein Eisbär. Insgesamt wurden dem Bericht zufolge 325 geschützte, aber dennoch getötete Tiere legal nach Deutschland eingeführt.

          „Cecil“ hätte dem Bericht zufolge aber nicht als Jagdtrophäe nach Deutschland gebracht werden dürfen: „Der Löwe wäre nach unserer Rechtsauslegung der entsprechenden EU-Artenschutzverordnungen nicht nach Deutschland gekommen“, zitierte die Zeitung den zuständigen BfN-Abteilungsleiter für Artenschutz, Dietrich Jelden. Nach seinen Worten hätte das BfN eine Einfuhr dieser Trophäe nicht genehmigt, weil der Löwe in einem Nationalpark beheimatet war.

          Half, „Cecil“ aus dem Park zu locken: Theodro Bronkhorst

          Um geschützte Tiere als Trophäen nach Deutschland einführen zu können, benötigen Jäger eine entsprechende Genehmigung des BfN. „Jeder Einzelfall wird überprüft“, sagte Jelden. „Der Jäger muss wahrheitsgemäße Angaben machen, wo und wann das Tier erlegt wurde. Außerdem muss eine Ausfuhrgenehmigung vorgelegt werden, die zeigt, dass es sich um eine legale und nachhaltige Jagd handelt.“

          Die Wilderei in Afrika, der vor allem Elefanten und Nashörner zum Opfer fallen, hat Umwelt- und Tierschutzorganisationen zufolge zuletzt stark zugenommen. Dabei sterben jedes Jahr beispielsweise rund 30.000 Elefanten weltweit.

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