https://www.faz.net/-gum-9jbpf

Kein Herz für Haustiere : Gassigehen soll in Iran bald als Straftat gelten

  • Aktualisiert am

Hundeausführen soll im Iran verboten werden. Bild: dpa

Junge Iraner halten gerne Hunde als Haustiere. Doch im Islam ist das Halten von Haustieren beim Klerus nicht gerngesehen. Das Ausführen der Tiere löst laut Polizei bei der Bevölkerung „Panik“ aus.

          Mit seinem Hund Gassi zu gehen, ist demnächst in Iran verboten und strafbar. „Hunde auszuführen löst in der Bevölkerung Panik aus“, sagte Teherans Polizeichef Hussein Rahimi. „Die Polizei hat jetzt auch die Erlaubnis der Staatsanwaltschaft, gegen die Hundehalter konsequent vorzugehen.“ Darüber hinaus dürfen demnächst offiziell keine Hunde mehr im Auto mitgenommen werden. Auch dies sei strafbar, sagte der Polizeichef laut Nachrichtenportal Tabnak. Unklar ist jedoch, welche Strafen die Hundebesitzer erwartet, da es für das Gassigehen auch im Gottesstaat Iran kein klares Gesetz gibt.

          Doch im Islam ist das Halten von Haustieren beim Klerus nicht gerngesehen. Schon mehrmals versuchte die Polizei, Hundehaltung ganz zu verbieten, aber es klappte letztendlich nie. Es gibt zwar immer noch viele Iraner, die aus unverständlichen Gründen extreme Angst vor Tieren haben – auch vor Katzen, aber vor allem vor Hunden. Doch zugleich hat in den vergangenen Jahren der Trend zum Haustier erheblich zugenommen.

          Besonders immer mehr junge Iraner nehmen – besonders für ihre Kinder – Hunde als Heimtiere auf. Dementsprechend gibt es seit einigen Jahren auch immer mehr Tierkliniken und Läden für Heimtierbedarf, besonders in der Hauptstadt Teheran und anderen Großstädten. Beobachter gegen daher davon aus, dass auch das neue Hunde-Gassi-Verbot von den Hundehaltern genauso ignoriert wird wie die vorherigen Verbote.

          Weitere Themen

          Gefährliche Busfahrten für Irans Frauen

          F.A.Z. exklusiv : Gefährliche Busfahrten für Irans Frauen

          Einige Frauen dürfen in nächster Zeit doch zu Fußballspielen ins Stadion: Irans Hardliner gewähren ein zweifelhaftes Zugeständnis. Nun fürchten viele, dass den Frauen Folgen drohen: „Das ist ein Rezept für die nächste Katastrophe.“

          Eine Idylle steht vor dem Aus

          Beruf des Schäfers : Eine Idylle steht vor dem Aus

          Alle reden vom Wolf, aber Schäfer haben viel wichtigere Probleme: Spottpreise für Wolle und Fleisch sowie fehlenden Nachwuchs. Ein Besuch auf der Heide.

          Erst Spaß, dann Vergnügen

          Vorab-Rundgang über die Wiesn : Erst Spaß, dann Vergnügen

          Am Samstag wird Dieter Reiter das Oktoberfest eröffnen. Zwei Tag vor Anstich ist der Münchner Oberbürgermeister trotz Fragen nach Alkoholexzessen auf dem Volksfest guter Dinge – und fährt selbst eine Runde mit der Achterbahn.

          Topmeldungen

          Signale des Bewusstseins, im Computer rekonstruiert: links ein fast bewusstloser Komapatient, rechts ein Gesunder, in der Mitte ein Komapatient mit Bewusstsein.

          Wegen Fehlverhaltens : Urteil gegen den Primus der Hirnforschung

          Der weltbekannte Hirnforscher Niels Birbaumer behauptet, Locked-In-Patienten wieder kommunikationsfähig zu machen. Jetzt hat ihn die DFG wegen Fehlverhaltens verurteilt. Er will trotzdem weitermachen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.