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Stierkämpfe in Madrid : Der erste Kampf seit 448 Tagen

Stierkampf in der Arena Las Ventas in Madrid Bild: Centro de Asuntos Taurinos de la Comunidad de Madrid I

Trotz eines Verbots von Großveranstaltungen werden in Madrid wieder Stiere getötet. Doch in der Arena tobt die Menge nicht wie sonst, und auch die Bars bleiben geschlossen.

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          Montecillo hat tapfer gekämpft. Angriffslustig stürmt der muskulöse Stier auf den Sand der Arena von Las Ventas in Madrid. Die große Uhr im Amphitheater zeigt 18.25 Uhr, als Diego Ventura von seinem Pferd aus zum Todesstoß ansetzt. Applaus brandet auf in der größten Stierkampfarena Spaniens. Viereinhalb Jahre lang hatte Montecillo friedlich auf den Weiden bei Salamanca gegrast, nun ist er der erste Stier, der seit dem Ausbruch der Pandemie in Las Ventas in der Abendsonne getötet wird. Beide Ohren des Tieres erhält der Rejoneador, wie der berittene Stierkämpfer heißt, als Trophäe.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Vor einem der Tore des orientalisch anmutenden Backsteinbaus rechnet ein ungeduldig wartender Aficionado vor, wie lang seine eigene Leidenszeit schon dauert. „448 Tage“, sagt der Stierkampffan, der zu den wenigen gehört, die eine Karte bekamen. So lange herrschte Stille auf den fast 24.000 Plätzen der Arena. Erst am Sonntagabend stimmten die Klarinetten, Pauken und Trompeten wieder die ersten Pasodobles an. „Viva España“ und „Viva Ayuso“ tönt es während des Einzugs der Toreros aus der Menge.

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