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Unkontrollierbares Haustier : Besteuert die Katzen!

  • -Aktualisiert am

Katze mit Beute: Eine blaue Meise ist in diesem Fall der nächtliche Snack. Bild: Picture-Alliance

Sie gelten als Symbol für Freiheitsdrang und Stolz. Von ihrem Killerinstinkt ist seltener die Rede, ebenso wenig von ihrem gewaltigen ökologischen Fußabdruck. Zeit, das zu ändern. Ein Kommentar.

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          Als am Abend des 19. Dezembers ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz rast, bittet die Polizei darum, keine Gerüchte in den sozialen Medien zu verbreiten. Umgehend etabliert sich auf Twitter der Hashtag „KatzenStattSpekulationen“. Ohne Ende werden Fotos von schmusenden, spielenden oder einfach nur schlafenden Miezekatzen gepostet. Einer schreibt: „Wenn man sich doch auch nur so zusammenrollen könnte.“ Gepöbelt wird ausnahmsweise gar nicht, kein Merkel-Hass ausgeschüttet. Wohin man auch sieht - nur kuschelige Stubentiger.

          Was will uns das sagen? Dass die Welt schon brutal genug ist und der Mensch umso dringender etwas Flauschiges braucht? Doch warum Katzen? Der britische Verhaltensforscher Desmond Morris hat einmal Tausende von Kindern nach ihren Lieblingstieren befragt. In absteigender Reihenfolge nannten sie Affe, Pferd, Hund, Bär, Schimpanse, Papagei und Löwe. Die Katze kam erst an achter Stelle.

          Es muss andere Gründe dafür geben, dass man bei Youtube unter dem Suchwort „cat“ sechzig Millionen Treffer erzielt. Neben Pornos sind Katzenvideos das am häufigsten geklickte Sujet im Internet. Meist geht es da außerordentlich drollig zu, mindestens aber niedlich, was den Schluss nahelegt, die menschliche Gesellschaft sei auf dem besten Weg, zu infantilisieren.

          So einfach ist es aber nicht. Fragt man Katzenbesitzer, warum sie sich ausgerechnet dieses Haustier angeschafft haben, begründen sie das in der Regel damit, dass sie vor allem den Stolz und die Unabhängigkeit ihres Lieblings schätzen. „Katzen lassen sich nicht dressieren“, heißt es, „sie gehen ihre eigenen Wege.“

          Katzen töten – alles was kleiner als sie ist und sich bewegt

          Leider tun sie das. Katzen jagen. Man kann ihnen noch so exklusives Dosenfutter kredenzen, ihr angeborener Trieb lässt sich nicht unterdrücken. Hunden kann man ihren Killerinstinkt abtrainieren, Katzen nicht. Eine Katze tötet alles, was sich bewegt und nicht größer ist als sie selbst. Wäre sie etwas größerer Statur, müsste man sie hinter Gitter sperren und streng bewachen. So aber gönnen wir ihr die Pirsch und tadeln sie höchstens halbherzig, wenn sie wieder eine halbtote Maus oder einen kurz vor dem Exitus stehenden Dompfaff angeschleppt hat.

          Wenn das nur unsere Katze täte oder die des Nachbarn, könnte man nonchalant darüber hinwegsehen. Aber die Zahl aller Katzen in Deutschland übertrifft bei weitem die der Hunde. Wie viele genau es sind, weiß man nicht, denn für sie besteht keine Meldepflicht. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe schätzt, dass es um die dreizehn Millionen sind. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl verwilderter Exemplare. Zusammen ergibt das ein Heer von Prädatoren, das den natürlichen Bestand an Beutegreifern mühelos in den Schatten stellt. In dichtbesiedelten Gegenden streifen pro Quadratkilometer Hunderte von Katzen herum; dasselbe Revier würde allenfalls für eine einzige Wildkatze oder ein paar Füchse reichen.

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