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Treue bis zum Tod : Italien trauert um eine Hündin

Nicoletta am Grab ihres verstorbenen Herrchens Alfred Bild: Pasquale Raicaldo/Ropi

Der Hund sei des Menschen bester Freund – als wolle die Hündin Nicoletta diese Redensart unter Beweis stellen, wartete sie zehn Jahre am Grab ihres verstorbenen Herrchens. Nun treffen sie einander im Jenseits wieder.

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          Als Alfred am 29. Januar 2009 starb, verließ auch Nicoletta das gemeinsame Haus. Und zog gewissermaßen zu ihm: auf den Friedhof des Städtchens Panza auf der Insel Ischia im Golf von Neapel. Nicolettas Herrchen Alfred war ein Deutscher, der vor Jahr und Tag nach Ischia gekommen war und dort vor gut zehn Jahren seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          An Alfreds Grab hat die Mischlingshündin Nicoletta einen guten Teil ihres eigenen Lebensabends verbracht. Tag um Tag saß sie viele Stunden dort, mehr als zehn Jahre lang. Von Leuten, die in der Nähe des Friedhofs wohnten, wurde Nicoletta mit Futter und Wasser versorgt. Auch eine kleine Hundehütte zum Schutz vor den Elementen gab es für Nicoletta auf dem Friedhof von Panza.

          In den vergangenen Wochen ging es Nicoletta nicht mehr sehr gut. Ein Tumor plagte sie. Nicoletta konnte sich kaum mehr bewegen. Enrico Mattera, der in der Nähe des Friedhofs ein Hotel betreibt und Nicoletta vielleicht so nahe war wie kein Mensch mehr seit dem Tode Alfreds, brachte die Hündin zum Tierarzt. Der konnte nichts mehr für sie tun. In der Praxis von Doktor Alessandro Impagliazzo ist Nicoletta nun eingeschlafen. Sie wurde gemäß Schätzung von Doktor Impagliazzo 14 Jahre alt.

          Auf seiner Facebook-Seite hat Enrico Mattera Nicoletta mit folgenden Worten nachgerufen: „Ihre Freundschaft und Süße sind unersetzlich. Als ich sie das letzte Mal sah, wurde mir klar, dass sie bereit war – bereit, ihrem Besitzer zu folgen, den sie nie verlassen hatte. Nun ist sie glücklich, dass sie wieder bei ihm sein darf – in einem Leben ohne Schmerzen und ohne Einsamkeit.“

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