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Gebietsfremde Art in der Lahn : Immer Ärger mit den Goldfischen

Eindringling: Aus der Lahn bei Gießen gefischter Goldfisch Bild: RP Gießen

In vielen Gartenteichen sorgen sie für willkommene Farbtupfer. In der freien Natur gelten Goldfische aber als weniger gern gesehen - so wie derzeit in der Lahn. Und dann ist da noch ein anderer Eindringling.

          Sie tummeln sich in ungezählten Gartenteichen, sorgen dort für Leben und glänzen als Hingucker. Goldfische gelten mithin auch als Haustiere. Ursprünglich in China zu Hause, sind sie vor etwa tausend Jahren auch in deutschen Landen heimisch geworden. Solange diese Karpfen-Art in Gartenteichen und Aquarien schwimmt, ist dagegen auch nichts einzuwenden. In der freien Natur haben Goldfische aber nichts zu suchen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Insofern sorgen in der Lahn bei Gießen aufgetauchte Exemplare für Ärger. Sind sie doch eine gebietsfremde Art, wie das Regierungspräsidium Mittelhessen hervorhebt.

          Verdrängt andere Fische

          „Der Zierfisch ist gefräßig, kann bis zu 40 Zentimeter groß werden, vermehrt sich schnell und verdrängt andere Fische“, mahnt die Behörde. Und zitiert ihren Vize-Chef mit den Worten: Setzen Sie keine Tiere oder Pflanzen in der Natur aus.“

          Nun mag der Laie die Aufregung um die glitzernden wie glitschigen Einwanderer für übertrieben halten. Die Behörde hält aber dagegen, vor einem Jahr seien Goldfische noch nicht in der Lahn gesichtet worden. Sie fürchtet nun, die invasive Art könnte große ökologische Schäden anrichten. Außer Algen und Pflanzenteilen fresse er auch Würmer, Boden- und Kleintiere sowie Kaulquappen, Larven und kleine Fische - was ihn zu einem Nahrungskonkurrenten für Plötze, Schleie, Brachsen oder auch Spiegelkarpfen macht.

          „Das ausgeprägte Fressverhalten des Goldfisches kann zu einer Veränderung der Artzusammensetzung führen“, mahnt die Behörde. Vor allem für Amphibien könne ein Zusammenleben mit ihm sehr gefährlich sein.

          Als Köderfisch beliebt

          Zudem bereitet nicht nur der Goldfisch den Umweltschützern im Regierungspräsidium Sorgen. Seit zwei Jahren bekämpften sie schon den ebenfalls eingewanderten Blaubandbärbling. Auch diese Art zählt zur Familie der Karpfenfische und stammt aus Asien. Im Gegensatz zum Goldfisch dient der Blaubandbärbling aber nicht als Zierfisch. Vielmehr nehmen ihn Angler gerne als Köder.

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