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Soziale Interaktion : Das Rätsel um den Hundeblick ist gelöst

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Wer kann diesem Blick schon widerstehen? Der Labrador-Welpe Henri hat den Hundeblick schon gut drauf. Bild: Wolfgang Eilmes

Wenn Hunde Menschen mit großen Augen anschauen, fällt es auch dem Härtesten schwer, ihnen zu widerstehen. Nun ist klar, woher sie diesen Trick haben.

          Wenn ein Hund nicht weiterweiß, sieht er dem Menschen in die Augen. Der Wolf als nächster lebender Verwandter macht das nicht. Nach Untersuchungen ist der Augenkontakt zwischen Mensch und Hund entscheidend für die soziale Interaktion – speziell die Fähigkeit, die innere Augenbraue zu heben. Eine Studie hatte 2013 gezeigt, dass Hunde in Tierheimen, die ihre Augenbraue heben, schneller ein Zuhause finden.

          Eine neue Studie – zum Teil von denselben Forschern – kommt jetzt zu dem Schluss, dass der Hund diese Fähigkeit erst im Verlauf seiner Domestizierung entwickelt hat. Das berichten die Wissenschaftler um Juliane Kaminski von der britischen Universität von Portsmouth im Fachjournal „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

          Gesichtsmuskulatur von Wölfen mit Hunden verglichen

          Die Forscher hatten unter anderem die Gesichtsmuskulatur von vier Wölfen mit der von sechs Hunden verglichen. Dabei stellten sie fest, dass diese weitgehend gleich ist – außer im Bereich der Augen. Der Muskel, der die innere Augenbraue hebt, ist bei Hunden vorhanden, bei Wölfen finden sich nur spärliche Muskelfasern und Bindegewebe. Brachten die Forscher Mensch mit Hund zusammen, ließ dieser die Augenmuskeln spielen, Wölfe taten das kaum.

          Das Anheben der inneren Augenbraue – im Fachjargon „AU101“ genannt – lasse die Augen des Hundes größer erscheinen, schreiben die Wissenschaftler. Das Gesicht wirke dadurch kindlicher. Außerdem ähnele der Blick dem eines traurigen Menschen. Die Forscher nehmen an, dass der Selektionsdruck während der Domestizierung die Gesichtsmuskulatur der Hunde verändert hat: Vermutlich hätten Menschen Hunde bevorzugt, welche die Brauenbewegung beherrschten, und sich um diese mehr gekümmert. Nach und nach habe sich das Merkmal dann manifestiert.

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