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Hobby-Ornithologie : Meine zwitschernden Gefährten

  • -Aktualisiert am

Mit dem Fernglas raus in die Natur: Ein Ornithologe sucht in den frühen Morgenstunden am Federsee in Baden-Württemberg die Umgebung nach Vögeln ab. Bild: dpa

Wer als junger Mensch erzählt, er beobachte stundenlang Vögel, wird schnell zum Freak erklärt. Unser Autor macht es trotzdem und vergisst dabei Raum und Zeit.

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          Im Einser-Kanal stehen drei weiße Reiher. Sehr weit weg. Zu weit weg. Einer erhebt sich, landet auf der ungarischen Seite im Ufergras und blickt nach Österreich herüber. Wir wiederum schauen ins Bestimmungsbuch, durchs Fernglas, durchs Spektiv. Die Frage, die sich hier stellt, lautet: Silber- oder Seidenreiher? Der Silberreiher hat einen dolchförmigen, zur Paarungszeit fast schwarzen Schnabel und helle Unterschenkel. Der Seidenreiher hat einen blaugrauen Zügel – das ist jener Bereich, der von der Schnabelbasis bis zum Auge reicht –, Schmuckfedern im Nacken, schwarze Beine und gelbe Zehen. Er ist kleiner als der Silberreiher – und in unseren Breiten viel seltener.

          Wir befinden uns auf der Brücke von Andau. Während des ungarischen Volksaufstands von 1956 flüchteten an genau dieser Stelle rund 70.000 Menschen nach Österreich. Die Brücke wurde schließlich gesprengt und 40 Jahre später als Mahnmal wiederaufgebaut. Der Gedenktafel zufolge soll sie heute ein „Symbol der Hilfsbereitschaft und Toleranz“ sein. Unser historisches Interesse ist für den Moment jedoch ausgeknipst.

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