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Ressourcenschonen in Hessen : Schutzzonen für den Rotmilan

Vorrangig in Deutschland zuhause: Die Hälfte der Rotmilane lebt im Gebiet der Bundesrepublik. Bild: dpa

Die hessische Landesregierung will Artenschutz und Windenergie vereinbaren. Eine neue Bewirtschaftung von Brachflächen soll Futterquellen für bedrohte Arten bieten. Die FDP nennt das Programm absurd.

          2 Min.

          Mehr Artenschutz und mehr Windenergie seien Ziele, die sich miteinander vereinbaren ließen, meint die hessische Landesregierung. Ein „Hilfsprogramm für windenergiesensible Arten“ soll den Beweis liefern. Zusammen mit den Waldbesitzern sollen Schutzzonen um die Wochenstuben und Horste von Schwarzstörchen, Rotmilanen, Fledermäusen und anderen Arten eingerichtet werden.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Dort sollen dann keine Forstarbeiten mehr stattfinden, damit die Tiere in Ruhe ihre Jungen aufziehen können. Die Forschung zu den Lebensräumen der Tiere wird ausgeweitet, um Erkenntnisse für weitere Schutzmaßnahmen zu gewinnen. Kartierungen sollen helfen, die Entwicklung der Standorte im Blick zu behalten. Der Landesbetrieb für Landwirtschaft baut seine Beratung zur Biodiversität aus. Mit strukturreichen Feldern, Blühstreifen, Brachen und einer verbesserten Bewirtschaftung des Grünlandes soll das Nahrungsangebot insbesondere für den Rotmilan deutlich verbessert werden.

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          Umweltministerin Priska Hinz und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (beide Die Grünen) stellten das Programm am Freitag zusammen mit Vertretern von Verbänden vor, die es mit erarbeitet haben. Das Programm könne „sehr hilfreich“ sein, wenn es darum gehe, Genehmigungen für Windkraftanlagen zu bekommen, meinte Joachim Wierlemann, der Vizepräsident des Bundesverbandes Windenergie. Nötig sei aber auch mehr Personal für die Genehmigungsbehörden. Inzwischen werde gegen jedes Projekt geklagt. Angesichts der Fragen des Artenschutzes hätten die Naturschutzorganisationen Probleme mit ihrer Basis, stellte Wierlemann fest. Darum sei es bewundernswert, dass die hessischen Landesverbände sich für die Energiewende aussprächen.

          Schutz vor Waschbären

          Auch Gerhard Eppler, Vorsitzender des Naturschutzbundes Hessen, lobte das Programm. „Nur, wenn die betroffenen Tierarten in einen guten Erhaltungszustand gebracht und gesichert werden, können wir von einer naturverträglichen Energiewende sprechen“, sagte er. Als Beispiel für Schutzmaßnahmen nannte er Manschetten, die an Bäumen angebracht werden, in denen beispielsweise Schwarzstörche ihre Nester haben.

          So lässt sich verhindern, dass etwa Waschbären die Brut rauben. Das Programm gilt allerdings nur außerhalb von Windvorranggebieten. Innerhalb dieser Gebiete gebe es keine Schwarzstörche, berichteten Hinz und Al-Wazir. Das bestätigte Eppler nicht. Er betonte den Unterschied zwischen der bedrohten Art, die insgesamt gestärkt werde, und Individuen, die in Ausnahmefällen nicht geschützt würden.

          „Vögel folgen keinen Planungskonzepten der Landesregierung oder Karten des Regionalplanes“, meinte René Rock, der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion. Zu behaupten, dass die Windenergie dem Vogel- und Artenschutz helfen könne, sei absurd. Mit ihrem Programm versuche die Landesregierung, von ihrer bereits gerichtlich festgestellten Missachtung des europäischen Artenschutzrechtes abzulenken. Die Rechtsprechung gebe dem Artenschutz Vorrang gegenüber der Errichtung von Windkraftanlagen, stellte Rock fest. Die Landesregierung solle dies in ihrer Genehmigungspraxis respektieren und nicht warten, bis sie durch Gerichte dazu gezwungen werde.

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