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Tierische Helden und Ausreißer : Spektakuläre Flucht vor dem Schlachter

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Tierische Schicksale: Kuh Hanna, die dem Metzger entkommt. Bild: dpa

Das vergangene Jahr war aufregend, nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Vierbeinige Helden und Ausreißer erregten Aufsehen und sorgten für reichlich Gesprächsstoff: Geschichten um Hund, Katze, Spinne und Co.

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          Der Wolf ist allgegenwärtiges Gesprächsthema und für Viehhalter ein Graus. Luchse werden gesichtet, Waschbären sind für viele ein Ärgernis und stehen auch schon mal auf der Abschussliste. Über Nachwuchs und Neuankömmlinge freuen sich Jahr für Jahr die Zoos und Tierparks. 2020 erregten aber nicht nur Wildtiere in Hessen Aufsehen, auch die Haustiere sorgten für Wirbel und Gesprächsstoff. Deren Freiheitsdrang und Abenteuerlust riefen Polizei, Feuerwehr oder Veterinäre auf den Plan. Es gab Ausreißer, Helden und dann auch die eher ungeschickten Vertreter ihrer Spezies.

          Bei den Ausreißern sorgte gleich zum Jahreswechsel „Hannibal“ für Furore. Das nach dem antiken Feldherrn benannte Schaf schlug in einer Tankstelle in Rüsselsheim einen Mann in die Flucht und gesellte sich zu einem tankenden Kunden. Eine sicher finstere Nacht verbrachte eine Ziege im nordhessischen Eschwege im April in einem Schacht. Das Tier konnte erst einen Tag nach der Entdeckung geborgen werden, bekam aber Wasser und Fressen und blieb unverletzt. Auch die wohl eher gemächliche Flucht einer 70 Jahre alten Schildkröten-Dame endete glücklich. Das „ziemlich große“ Tier wurde im Juni von einer Frau in Ginsheim-Gustavsburg entdeckt. Vorübergehend fand die alte Tierdame Unterschlupf bei der Polizei.

          Chihuahua im Kaninchenbau

          Einen größeren Schreck dürften da schon zwei Katzen erlebt haben. „Nala“ musste im August in Friedrichsdorf von der Feuerwehr mit einer Drehleiter gerettet werden. Völlig regungslos saß das Tier in luftiger Höhe in einer Dachrinne. Eine weite Reise machte indes eine andere Katze. Ein Pärchen war mit einem Mietwagen von der deutsch-polnischen Grenze aufgebrochen und in Fernwald (Kreis Gießen) schließlich in eine Werkstatt gefahren, weil die Frau Miau-Geräusche aus dem Motorraum hörte. Werkstattmitarbeiter konnten den jungen „Charly“ unverletzt aus dem Radkasten befreien. Auch Chihuahua „Rosa“ dürfte Stunden der Angst durchlitten haben. Die Hündin war im Juli beim Gassigehen ihrem Herrchen davongelaufen und in einem Kaninchenbau verschwunden. Die Feuerwehr rückte an und fand nach Grabungen den kleinen Hund schließlich Stunden später in einem Meter Tiefe in der Frankfurter Grünanlage.

          In hiesigen Breiten eher ungewöhnlich sind Vogelspinnen auf der Straße. Das handtellergroße, haarige Tier wurde im September in Wetzlar von einem beherzten Anwohner mit einem Karton dingfest gemacht. Dagegen sind Kühe hier nicht selten, aber selten in einem Pool. In Tann (Rhön) war ein Kälbchen auf der Abdeckung des Schwimmbades eingebrochen und schwamm um sein Leben. Die Feuerwehr konnte es mit Seilen bergen.

          Vierbeinige Helden beim Zoll

          Glück hatte auch Kuh „Hanna“, die im Januar in Kalbach (Kreis Fulda) auf einem Hof ein neues Zuhause fand. Das Tier war im Jahr zuvor auf der Fahrt zum Schlachthof ausgebüxt und spektakulär geflüchtet. Doch nicht immer gab es für Ausreißer ein Happy End. Zwei von einer Weide in Nordhessen ausgerissene Ponys zahlten ihre Freiheitsliebe mit dem Leben. Die Pferde wurden von einem Güterzug erfasst.

          Jahr für Jahr verrichten Hunde bei der Polizei oder dem Zoll ihren Dienst und werden bei ihren Einsätzen auch schon mal zu Helden. „Rambo“ hatte im März am Frankfurter Flughafen den richtigen Riecher und entdeckte 2,7 Kilo Kokain aus Kolumbien im Wert von rund 100.000 Euro. Am gleichen Tatort entdeckte Kollegin „Aki“ gleich knapp eine Viertelmillion Euro – in bar. Auf der Suche nach einem flüchtigen Autofahrer kam „Ilox“ in einem Waldstück bei Raunheim zum Erfolg. Der Vierbeiner stellte den Beifahrer des Fahrzeugs. Ganz ohne Ausbildung, aber mit dem richtigen Instinkt schlug im November ein Dobermann in Frankfurt bei seinem Herrchen Alarm und rettete so einer hilflosen Frau das Leben. Das Herrchen konnte die entkräftete Frau aus einem Bachlauf ziehen.

          Nach dem Wirbel um ein mögliches Krokodil in Ortenberg im Herbst hatte die Gemeinde dann schließlich doch „erhebliche Zweifel“ an der Echtheit des Tieres. Echt war aber der mögliche Rekordflug einer namenlosen, gechipten Stockente aus Lich. Der gefiederte Schnellflieger schaffte es im Mai binnen rund zwei Tagen zu einem 2250 Kilometer entfernten See in Nordrussland.

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