https://www.faz.net/-gum-97puj

Das neue Elfenbein : Handel mit Flusspferdzähnen nimmt dramatisch zu

  • Aktualisiert am

Ein Nilpferdjunges im Zoologischen Garten in Ústi nad Labem in Tschechien. Bild: dpa

Artenschützer befürchten, dass der Handel mit Flusspferdzähnen weiter ausufert. Laut einem Bericht kommen viele Abnehmer fertiger Produkte aus der EU.

          Artenschützer beklagen, dass der Handel mit den Eckzähnen von Flusspferden außer Kontrolle gerät. Zwar sei der Handel mit den Zähnen, die zu Schnitzereien oder Messergriffen verarbeitet werden, nicht illegal, sagte Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife dem „Spiegel“. Er gehöre jedoch umfangreich dokumentiert, was zunehmend umgangen werde: „Ein großer Teil des Handels mit Flusspferdzähnen findet im Verborgenen statt.“ So wurde der Transport von 17 Tonnen Zähnen aus Uganda und Tansania nach Hongkong seit 1995 nicht ausgewiesen, wie das Magazin unter Berufung auf Forscher der Universität Hongkong berichtet.

          Flusspferde werden auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet eingestuft. Ihre 70 Zentimeter langen Zähne werden dem Bericht zufolge aus Afrika vor allem nach Hongkong und China exportiert und dort verarbeitet. Größter Importeur der dort erstellten Produkte sei die Europäische Union mit über 40.000 Schnitzereien in den vergangenen zehn Jahren, sagte Freyer.

          Artenschützer befürchten, dass der Handel mit Flusspferdzähnen weiter zunehmen könnte, wenn ab 2021 Einschränkungen des Elfenbeinhandels in Hongkong in Kraft treten. Schmuggler von Elefanten-Elfenbein würden jetzt schon „zunehmend auch Flusspferdzähne verkaufen“, sagte Ofir Drori vom Anti-Wilderei-Netzwerk Eagle dem „Spiegel“. „Aufgrund ihrer geringeren Größe lassen sie sich leichter schmuggeln als Stoßzähne.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Neue Umfrage : Warum das Misstrauen wächst

          Die Amerikaner sehen ihre Regierung und ihre Mitbürger immer skeptischer. Vor allem bei der Unterscheidung von Wahrheit und Lüge zeigen sich viele verunsichert. Für den Vertrauensschwund geben sie unterschiedliche Gründe an.
          Lässt ein verheerendes Echo nicht lange verhallen: Markus Söder sucht die Abgrenzung der AfD.

          Vergleiche mit der NPD : Wie Söder sich von der AfD abgrenzt

          Vor knapp einem Jahr hat der bayerische Ministerpräsident erfolgreich seine Taktik im Umgang mit der AfD geändert – doch ganz genau nimmt er es mit seinen Aussagen nicht immer. Eine Analyse.
          Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG

          Dieselskandal : VW verklagt sein Personal

          Während der ehemalige Chef Martin Winterkorn sein Altersruhegeld bezieht, verklagt der Konzern wegen des Dieselskandals sein Personal. Am Donnerstag fällt eine Entscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.