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Verwaltungsgericht Köln : Fische dürfen als Arbeitstiere gehalten werden

Knabbern gerne an menschlichen Füßen: Rötliche Saugbarben Bild: dpa

Dürfen Fische allein dafür gehalten werden, dass sie Hornhaut von menschlichen Füßen knabbern? Die Stadt Köln sagt nein, doch ein Gericht ist anderer Meinung – sofern die Tiere nicht zu viel arbeiten müssen.

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          „Fische dürfen Kosmetiker sein“. Das hat das Verwaltungsgericht Köln heute mitgeteilt. Ein Schreibfehler in der Presseerklärung? Der Plural von Kosmetikum ist doch Kosmetika! Aber es geht gar nicht um eine neue Gesichtscreme aus der Haut des Saiblings oder dem Rogen der Meeräsche. Fische sollen tatsächlich den Beruf des Kosmetikers ausüben dürfen, und zwar bei der Entfernung der Fußhornhaut. Die Rötlichen Saugbarben (Garra Rufa) sind nämlich viel schneller und gleichzeitig vorsichtiger als jeder Hornhautfeile oder gar der Hornhauthobel. Der Fisch, der aus den fließenden Süßgewässern im Norden der Arabischen Halbinsel stammt, knabbert gern an menschlichen Füßen.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Ein Kosmetikstudiobetreiber in Köln wollte daher ein Becken aufstellen, in das die Kunden ihre Füße halten sollten. Er brauchte dafür eine tierschutzrechtliche Erlaubnis. Die Stadt Köln lehnte das ab: Der Einsatz der Fische allein zu Wellnesszwecken sei mit dem Verständnis eines ethisch geprägten Tierschutzes nicht vereinbar. Aber die Fische „behandeln“ die Kunden doch, argumentierte der Studiobetreiber und zog vor Gericht. Tatsächlich ist „Doktorfisch“ in einschlägigen Kosmetikkreisen der gängige Ausdruck für die kleinen Fische.

          Das Verwaltungsgericht Köln hat die Kompetenzen der Tiere erkannt. Die verhaltensgerechte Unterbringung könne durch Auflagen gewährleistet werden, argumentierte das Gericht und nannte einige Beispiele: Vorgaben für die Größe der Fischbecken, für die einzuhaltenden Hygienestandards, Verhaltensanweisungen an die Kunden und Ruhephasen für die Fische. Die Stadt muss nun noch einmal prüfen, ob die Saugbarben auch die Füße der Kölner abknabbern dürfen.

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