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Felsenpinguin in Australien : Mit „Pingu“ und Tierdokus fühlt er sich weniger alleine

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Der kleine Vogel leidet an einer Störung seiner Gefiederbildung – und wird deswegen im Perth Zoo aufgepäppelt. Bild: Insider/Perth Zoo/Screenshot F.A.Z.

Krank und einsam möchte niemand sein, auch kein Pinguin. Ein Felsenpinguin in einem Zoo in Australien darf deswegen Filme und Serien auf dem iPad schauen – und erfreut sich besonders an der Knetanimations-Serie „Pingu“.

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          Draußen fühlt es sich schon ziemlich nach Herbst an und in den kommenden Monaten bahnt sich neben der permanenten Corona-Unsicherheit die alljährliche Grippewelle an. Vor diesem Szenario graut es einem jetzt schon: Nachdem das ganze Jahr bereits unter dem Gebot der Isolation stand, landet man schon wieder alleine auf der Couch, diesmal auch noch mit einer schniefenden Nase. Dank Streaming gibt es wenigstens fiktive Gesellschaft auf Knopfdruck: Damit die Menschen, die in einer ganz anderen Welt mit eigenen Problemen und Sorgen zu kämpfen haben, einen das eigene selbstmitleidige Dasein für ein paar Stunden vergessen lassen.

          Dabei sind wir nicht die einzige Spezies, die sich gerne mit TV-Shows trösten lässt: Der australische Perth Zoo hat im August einen Nördlichen Felsenpinguin aufgenommen, der an einem Strand im Südwesten Australiens gefunden wurde und davor rekordverdächtige Strecken im Meer zurückgelegt hatte – vermutlich stammt er von einer Insel im Indischen Ozean oder dem Südatlantik. Tierpfleger des Zoos in Perth päppeln den kleinen Pinguin, getauft auf den Namen „Pierre“, nun in Gefangenschaft wieder auf. Denn die Gefiederbildung des kleinen Felsenpinguins ist gestört. Seine Federn sind nicht ausreichend wasserabweisend, was für die schwimmende Vögel gefährlich werden werden kann.

          Weil der kleine Vogel der einzige seiner Art im Perth Zoo und sogar in ganz Australasien ist, gestaltet sich seine Genesung ziemlich einsam. Deswegen darf Pierre nun Dokumentationen über andere Felsenpinguine auf dem iPad seiner Tierpfleger gucken. Auch Livestreams aus Zoos auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass Pierre seinen Artgenossen beim Spielen zugucken kann und sich weniger alleine fühlt.

          Pierre erkennt Pingu nicht

          Wie der Zoo auf seiner Webseite schreibt, ist Pierre auch ein großer Fan der Schweizer Knetanimations-Serie „Pingu“. Die Pinguin-Familie, um die sich die Serie dreht, spricht die Spielsprache Grammelot, die eher in satirischen Theaterstücken verwendet wird. Pierre wird die Knetpinguine also vermutlich nicht verstehen. Nach Angaben des Zoodirektors ist es unwahrscheinlich, dass Pierre die cartoonartigen Vertreter seiner Art überhaupt als Pinguine wahrnimmt – er erfreue sich eher an den Farben und Bewegungen auf dem Bildschirm.

          Daneben braucht es natürlich viel Liebe und Zuneigung von seinen Tierpflegern, die ihn mittlerweile allesamt ins Herz geschlossen haben. Nach Angaben des Zoos wird er täglich gefüttert und in einem leichten Wassernebel gebadet. Er kann er sich selbst im Spiegel betrachten und auch auf sein Gewicht wird geachtet. Laut Zoo könnte eine Mangelernährung der Grund für seine Krankheit sein. Dennoch soll Pierre schnellstmöglich zu Felsenpinguinen in einen anderen Zoo gebracht werden, um sich in realer Gesellschaft weiter zu erholen. Zwei Nördliche Felsenpinguine, die 2016 in Australien gestrandet waren, haben beispielsweise im Tiergarten Schönbrunn in Wien ein neues Zuhause gefunden.

          Nördliche Felsenpinguine werden auf der Roten Liste gefährdeter Arten als stark gefährdet eingestuft. Pinguinen dieser Spezies wird nachgesagt, eine charismatische Persönlichkeit zu haben. Sie sind vor allem für ihre buschigen Augenbrauen bekannt. Während andere Pinguine gerne mit ihren Bäuchen über Eis schlittern, halten sich Felsenpinguine lieber an felsigen Küsten auf – nach denen sie auch benannt sind.

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