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Drei Monate weg : Entlaufene Kuh „Büxi“ ist gefasst und wohlauf

  • Aktualisiert am

Die betäubte Kuh „Büxi“ wird an ihrem Fundort von einer Tierschützerin gehalten. Bild: dpa

Mit ihren Essgewohnheiten hat sich „Büxi“ verraten: Die in Niederbayern entlaufene Kuh bediente sich regelmäßig nach Einbruch der Dunkelheit am Futtersilo eines Bauernhofes. Nun bekommt sie prominente Gesellschaft.

          Die Zeit in der Wildnis ist vorbei: Gut drei Monate lang hat die entlaufene Kuh „Büxi“ mit einem Versteckspiel Landwirte, Jäger und Polizei in Niederbayern genarrt. Nun ist das braune Vieh gefasst. „Sie wurde am Donnerstagabend festgenommen“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Ein pensionierter Polizeibeamter, der zugleich Jäger ist, habe das Tier nahe Geisenhausen (Landkreis Landshut) mit einem Pfeil betäubt. Anschließend sei die Kuh von Tierschützern abgeholt und versorgt worden. Nun hat sie im Gnadenhof Gut Aiderbichl ein Zuhause gefunden – wo sie in Kuh „Yvonne“ eine berühmte Mitbewohnerin hat.

          Nach Angaben einer Sprecherin ist „Büxi“ wohlgenährt. „Sie ist sehr gut beieinander.“ Auch die Kälte habe ihr nichts ausgemacht. Die Kuh habe sich regelmäßig abends am Futtersilo eines Bauernhofes bedient. Zumeist sei sie dort nach 18.00 Uhr aufgetaucht und dann wieder im Wald verschwunden. Am Donnerstagabend erwartete sie dann der Jäger mit einem Betäubungsgewehr schon.

          Nach dem Treffer mit dem Pfeil sei das Tier noch etwa 150 Meter davongelaufen, sagte die Sprecherin. Jedoch habe man ihre Spuren im Schnee gut verfolgen können. „Büxi“ sei schlafend im Schnee gelegen und mit einem Frontlader in einen Anhänger gehoben worden. Es sei alles sehr sanft abgelaufen, „Büxi“ sei unverletzt geblieben. Zumal sie nach der Betäubung in den frischen Schnee und somit weich gefallen sei. Bei der Ankunft in Gut Aiderbichl bei Deggendorf sei sie bereits wach gewesen und habe sich aufgerichtet.

          „Büxi“ wurde mit einem Frontlader in einen Anhänger gehoben – sie blieb unverletzt.

          „Büxi“ war im Oktober von einem Bauernhof in Geisenhausen ausgebüxt. Ihr Besitzer, ein Viehhändler, hatte sie dort für ein paar Tage vorübergehend untergebracht. Als die Kuh, die damals noch ein Kalb war, in einen Anhänger verladen werden sollte, um sie zum Mästen zu bringen, ergriff sie die Flucht. In den folgenden Wochen ließ sie sich zwar immer wieder blicken, verschwand dann aber auch wieder. Die Polizei war in Sorge, die verwilderte Kuh könnte vor ein Auto laufen oder Fußgänger angreifen. Das Tier kam zum Abschuss frei.

          Zwei Tierschützerinnen nahmen der Aiderbichl-Sprecherin zufolge dann mit dem Besitzer Kontakt auf und organisierten eine Schenkung an den Gnadenhof. „Büxi“ sei noch jung, sie werde sich sicher schnell an das neue Leben gewöhnen, sagte die Sprecherin. Kühe seien Herdentiere und es gebe etliche Artgenossen.

          Darunter ist auch „Yvonne“ mit ihrer Familie. Die mittlerweile 14 Jahre alte Kuh hatte 2011 mit ihrer spektakulären Flucht für Schlagzeilen gesorgt. Auch sie bekommt in gut Aiderbichl ihr Gnadenbrot – und mit „Büxi“ eine neue Mitbewohnerin. Diese befindet sich jedoch zunächst in Quarantäne.

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