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Einsatz gegen IS-Chef : Wer war der Hund, der al Bagdadi jagte?

Über den Namen wird noch gerätselt: Diese Belgische Schäferhündin trieb IS-Führer Bagdadi in die Enge. Bild: AP

Für den tierischen Einsatz gegen den IS-Anführer gab es ein Sonderlob von Präsident Trump. Doch was für ein Hund ist das überhaupt?

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          Aufmerksam schaut der Schäferhund in die Kamera, seine Ohren sind gespitzt, seine Zunge hängt zur rechten Seite aus dem Maul heraus. Diesen Hund sah der Anführer der Terrormiliz „Islamischer Staat“, (IS) Abu Bakr al Bagdadi, in seinen letzten Minuten. Die amerikanische Regierung veröffentlichte ein Bild des Hundes, ohne jedoch seinen Namen zu nennen. Donald Trump lobte ihn am Montag auf seinem Twitter-Account: Der „wunderbare Hund“ habe solch einen tollen Job gemacht.

          Der Anführer der Terrormiliz IS war bei einem geheimen Einsatz amerikanischer Spezialkräfte im Nordwesten von Syrien aufgespürt worden. Der Hund der amerikanischen Streitkräfte verfolgte Bagdadi mit mehreren weiteren Hunden durch einen Tunnel, bis der sich schließlich selbst in die Luft sprengte. Amerikanische Medien berichteten, der Hund sei bei der Explosion leicht verletzt worden, aber nun an einem unbestimmten Ort mit seinem Betreuer wieder im Einsatz.

          Mit seinem Tweet stilisierte der Präsident am Montag den Hund zu einem Helden. Doch welche Rasse hat er? Männlein oder Weiblein? Darüber ist nun eine Debatte entbrannt. Und wie heißt er? Nur das Foto, nicht der Name wurde offiziell freigegeben. Das Nachrichtenmagazin „Newsweek“ berichtet, der Name des Hundes sei Conan, benannt sei er nach dem Comedian Conan O’Brian. Es handele sich um eine Belgische Schäferhündin. Auch weitere Quellen berichten, dass es ein Malinois sei, ein Belgischer Schäferhund, der auf den ersten Blick dem Deutschen Schäferhund recht ähnlich sieht.

          Diana Gerigk, Hundeausbilderin und Mitglied im Verein für Deutsche Schäferhunde, erkennt sofort: „Das ist ein Malinois und kein Deutscher Schäferhund.“ Die Ohren seien dafür zu spitz. Der Malinois habe eine längere Schnauze und sei viel schmaler und kleiner als der Deutsche Schäferhund. Außerdem habe der Malinois ein dünneres Fell.

          Doch für seine Rasse ist dieser Malinois etwas untypisch. Das Fell ist normalerweise beigefarben. Der Hund auf dem Bild hat jedoch dunkelbraunes Fell, sein Kopf ist schwarz, und er hat einen weißen Fleck auf der Brust. „Das kommt seltener vor“, sagt Gerigk, „aber der Hund ist trotzdem kein Mischling.“

          Die Hunderasse sei sehr drahtig und wendig. Der Deutsche Schäferhund sei vom Körperbau stabiler und bringe bis zu 50 Kilogramm auf die Waage, während ein Malinois nur zwischen 30 und 35 Kilogramm wiegt. Weil die Belgischen Schäferhunde so leicht und beweglich sind, werden sie bei Polizei und Bundeswehr eingesetzt. Sie können zum Beispiel durch offene Autofenster springen. Ein Schäferhund der Rasse Malinois unterstützte 2011 auch die Navy Seals beim Angriff auf den Gründer der Terrormiliz Al Qaida, Usama Bin Ladin.

          „Die Rasse ist jedoch sehr nervös und zappelig.“ Deswegen seien die Ansprüche an die Ausbildung höher als beim Deutschen Schäferhund. Zwar reagiere der Malinois sehr sensibel auf seinen Hundeführer, doch das könne sich positiv wie negativ auswirken. Die Hundesportlerin sagt: „Es ist sehr schwierig, den Hund nach der Ausbildung zu korrigieren.“ Das sei beim Deutschen Schäferhund, der häufig ruhiger ist, einfacher. Wer einen Malinois führen will, der müsse sehr wach sein und mit dem Hund mithalten. „Der Malinois neigt dazu, autark zu funktionieren.“

          Das Bild, das Donald Trump von dem Malinois twitterte, wirkt fast wie das Porträt eines Politikers, gut ausgeleuchtet, perfekter Gesichtsausdruck. Es fehlen nur noch der Schreibtisch aus Eichenholz und die amerikanische Flagge im Hintergrund. Die Satire-Website „Postillon“ witzelte schon, dass Trump den Hund bald zum Verteidigungsminister ernennen werde. Ins Weiße Haus hat er ihn zumindest schon eingeladen.

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