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Schädlingsbekämpfung : Eichenprozessionsspinner legen Autobahn und Schulen lahm

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Ganz schön haarig: Die Raupe des Eichenprozessionsspinners hat viele Härchen, die bei Hautkontakt für Reizungen sorgen können. Bild: dpa

Viel Arbeit für Schädlingsbekämpfer: An einem Hamburger Autobahnabschnitt und in der Nähe zweier Schulen im Kreis Karlsruhe wurden Raupen gefunden. Ihre Härchen können Hautreizungen und Atemnot auslösen.

          Zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Südosten Hamburgs müssen in den Nächten bis Samstag Fahrspuren an der A1 gesperrt werden. Betroffen seien der Zubringer von der A1 auf die A25 in Richtung Geesthacht am Dreieck Hamburg-Südost und die Zubringer von der A255 stadtauswärts in Richtung Lübeck und Hannover am Dreieck Hamburg-Süd, teilte die Verkehrsbehörde am Dienstag mit. Umleitungen seien ausgeschildert. Ohne den Verkehr zu behindern soll die giftige Raupe von der Standspur der A1 aus in dem Bereich bekämpft werden.

          Gefürchtet sind die fast unsichtbaren Brennhaare des Eichenprozessionsspinners. Diese können in die menschliche Haut eindringen und mit ihrem Nesselgift Knötchen, Quaddeln oder Entzündungen verursachen. Anlieger, Autofahrer und Straßenwärter müssten vor den Insektentieren geschützt werden, hieß es. Wegen des Raupenstadiums müsse die Bekämpfung der Schmetterlingslarven bis Ende Mai erfolgen. Die Schädlingsbekämpfer sollen in den drei Nächten zwischen 22.00 bis 5.00 Uhr im Einsatz sein. Die Arbeiten seien allerdings witterungsabhängig.

          Doch nicht nur in Hamburg sorgen die Raupen für Aufruhr: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage sind zwei Schulen in Bretten (Kreis Karlsruhe) geräumt worden, nachdem zahlreiche Schüler auf eine Substanz allergisch reagierten. Rund 30 Kinder und Jugendliche hätten am Montag Symptome gezeigt wie etwa Hautreizungen und Atemnot. Vier seien – vermutlich vor Aufregung – ohnmächtig geworden, sagte ein Sprecher der Polizei Karlsruhe.

          Als Ursache vermuten Polizei und Feuerwehr, dass die Betroffenen mit den Gifthärchen des Eichenprozessionsspinners in Kontakt kamen. Nach Worten einer Stadtsprecherin mussten rund 700 Schüler der Grund- und Realschule die Gebäude verlassen. Für den Rest des Tages entfiel der Unterricht; am Dienstag bleiben die Schulen den Angaben zufolge geschlossen.

          Nach Worten der Stadtsprecherin soll eine Spezialfirma damit beauftragt werden, sämtliche Klassenzimmer der beiden Schulen zu reinigen. Zwei Exemplare der Raupe, deren Härchen heftige allergische Reaktionen auslösen können, seien auf dem Schulgelände gefunden worden – allerdings keine Nester, wie die Sprecherin sagte. Die giftigen Härchen seien vermutlich vom Wind in die Klassenräume geweht worden.

          Bereits am vergangenen Freitag waren die beiden Schulen geräumt worden, weil rund 30 Kinder und Jugendliche über Hautreizungen klagten. Das Gelände war danach auf Exemplare der Raupe abgesucht und bestimmte Bereiche des Schulhöfe gesperrt worden.

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