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Nationalpark gefährdet : In der Serengeti wird es eng

  • -Aktualisiert am

Eine Gnuherde durchstreift die Serengeti in Tanzania. Bild: ddp/imageBROKER/Uwe Skrzypczak

Naturschutzgebiete in Ostafrika werden von der Entwicklung außerhalb ihrer Grenzen erdrückt. Übergroße Viehherden setzen der Vegetation zu, und auch der Mensch nimmt immer mehr Flächen für sich in Anspruch.

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          Die an den Grenzen zum Serengeti-Nationalpark in Tansania und dem Masai-Mara-Schutzgebiet in Kenia weidenden Viehherden der Massai scheinen auf den ersten Blick weder mit der Natur im Herzen dieser Reservate noch mit dem Sozialversicherungssystem der jeweiligen Länder viel zu tun zu haben. Und doch gibt es Zusammenhänge. „Die großen Viehherden ersetzen unter anderem die fehlende Sozialversicherung“, sagt der Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) Christof Schenck. „Um zum Beispiel die Behandlung einer Krankheit bezahlen zu können, verkaufen die Massai eines ihrer Rinder.“ Die Viehherden sind daher erheblich größer, als sie es für die Ernährung und den normalen Lebensunterhalt sein müssten.

          Zugleich leben in den Regionen, die an die Reservate grenzen, immer mehr Menschen, die für ihre eigene Ernährung auch noch das letzte Grün zu einem Acker umbrechen. Zusammen quetschen diese Entwicklungen die mehr als zwei Millionen Gnus, Zebras, Gazellen und andere großen Tiere der Serengeti auf die Kernzonen der zwar riesigen, für diesen Ansturm aber doch zu kleinen Schutzgebiete im Norden Tansanias und im Süden Kenias zusammen. Die hohe Konzentration von Wildtieren schädigt die Natur erheblich, weil die Böden übernutzt werden und weniger Wasser, Nährstoffe und auch weniger Klimagas Kohlendioxid speichern können. Das berichten nun Michiel Veldhuis von der Universität im niederländischen Groningen und seine Kollegen in der Wissenschaftszeitschrift „Science“.

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