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Einsamer Jäger : Ein Puma kommt immer allein

  • -Aktualisiert am

Ein Puma streift durch den mittelamerikanischen Regenwald. Die Großkatzen werden immer seltener. Bild: Carl-Albrecht von Treuenfels

Einst lebten die Wildkatzen in den Wäldern und Bergen von Kanada bis Feuerland. Doch inzwischen werden die talentierten Jäger immer seltener.

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          Die Nachricht ging um die Welt: Im amerikanischen Bundesstaat Colorado erwürgte ein Jogger in einem Naturpark am Rand der Rocky Mountains mit bloßen Händen und Füßen einen Puma, als der versuchte, ihn anzugreifen. Das etwa 40 Kilogramm schwere Tier hinterließ einige Bisswunden im Gesicht des Mannes, der für kurze Zeit in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Und doch hatte er Glück, da es sich bei der wilden Katze wahrscheinlich um ein unerfahrenes, noch nicht ausgewachsenes Jungtier gehandelt hat. Hätte ein erwachsenes Männchen, ein Kater (in der Jägersprache „Kuder“ genannt), mit seinen bis zu 100 Kilogramm Körpergewicht oder eine Katze, die zwischen 50 und 75 Kilogramm wiegt, den Mann angegriffen, wäre der Kampf vielleicht anders ausgegangen.

          Dabei ist es unwahrscheinlich, dass ein erwachsener Puma überhaupt einen Menschen angreift. Er kennt ihn eigentlich nur als Feind, der ihm in der Regel nach dem Leben trachtet. Deshalb hält ein Panther, Silberlöwe, Berglöwe oder Kuguar, wie „Puma concolor“ auch heißt, meist gehörigen Abstand zu ihm. Dennoch wird Läufern und Radfahrern in einigen Gebieten im Nordwesten Amerikas, in denen Pumas leben, auf Schildern geraten, auf die wilden Katzen acht zu geben und stehenzubleiben, wenn sie auftauchen.

          Wer weiterläuft oder weiterradelt, den hält die große Katze für ein flüchtendes Beutetier. Außerhalb von Schutzgebieten sind es vor allem Rinderfarmer, Pferdezüchter und Schafhalter, die den Puma gnadenlos verfolgen. Wo sich ihm nicht genügend Wild bietet, dort jagen die Katzen auch Weidetiere.

          Vielseitiges Beuteschema

          Einem erwachsenen Puma fällt es nicht schwer, einen Weißwedel- oder Maultierhirsch, ein Dickhornwidder und selbst einen halbwüchsigen Elch zu reißen. Da passen neben Schafen auch Kühe und Pferde in sein Beuteschema. Doch nicht nur große Pflanzenfresser müssen sich vor ihm in acht nehmen. Mäuse, Hasen, Murmeltiere, Füchse, am Boden lebende Vögel und selbst Fische sind nicht vor ihm sicher. Da sich das Verbreitungsgebiet des Pumas mit Lücken vom nordwestlichen Amerika über Mittelamerika bis kurz vor Feuerland in Südamerika erstreckt, ist auch sein Nahrungsspektrum vielfältig. In Südamerika gehören Guanakos, Vikunjas, junge Tapire, Wasserschweine, Schlangen, Kaimane, Nandus und andere Bodenvögel zu seinen Opfern.

          Wenn Pumas auf die Jagd gehen, können sie vor allem auf ihre Geschwindigkeit und Sprungkraft vertrauen – auf kurzen Distanzen können sie bis zu 60 Stundenkilometer schnell sprinten und mit einem Satz bis zu sechs Meter überbrücken. Der Überraschungseffekt ist ausschlaggebend für den Jagderfolg. Mit einem Sprung auf den Rücken und einem Biss in das Genick ist das Schicksal des Opfers schnell besiegelt.

          Anders als Tiger, Löwe, Leopard und Jaguar, die in der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung der Pantherkatzen oder Großkatzen (Panthera) zählen, gehört der Puma zoologisch zur Gattung der Kleinkatzen (Profelis). Und das, obwohl er größer und schwerer als ein Leopard werden kann. Unter den Raubkatzen steht er damit nach Tiger, Löwe und Jaguar an vierter Stelle. In Europa ist er dennoch weitgehend unbekannt, ganz anders als in Amerika. Dort erstreckte sich sein Vorkommen einst über den ganzen Kontinent, mit der zunehmenden Besiedlung der vergangenen 100 Jahre ist es immer lückenhafter geworden. Vor allem aus dem östlichen Amerika ist er verschwunden. Nur im äußersten Südosten gibt es mit dem „Florida-Panther“ noch eine in ihrem Bestand hoch gefährdete kleine Form, die seit kurzem aber nicht mehr als Unterart eingestuft wird.

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