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Britisches Außenministerium : Der „Chief mouser“ tritt ab

  • Aktualisiert am

Palmerston vor Downing Street number 10 Bild: AFP

Er sei glücklich, Vertreter aus der ganzen Welt getroffen zu haben und hoffe, seine Mitstreiter mit Stolz erfüllt zu haben, hieß es in einem Schreiben, das im Namen des Katers des britischen Außenministeriums an den Staatssekretär ging.

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          Die britische Diplomatie verliert einen bedeutenden Mitarbeiter: Palmerston, Oberster Mäusefänger des Außenministeriums, hat um Versetzung in den Ruhestand gebeten. Er sei glücklich, Vertreter aus der ganzen Welt getroffen zu haben und hoffe, seine Mitstreiter mit Stolz erfüllt zu haben, hieß es in einem Schreiben, dass im Namen Palmerstons an Staatssekretär Simon McDonald ging und mit zwei Pfotenabdrücken unterzeichnet war. Doch nach vier Jahren stehe ihm jetzt der Sinn nach mehr Zeit außerhalb des Rampenlichts.

          Palmerston ist nach dem am längsten amtierenden Außenminister des Vereinigten Königreichs benannt, Henry Palmerston, der im 19. Jahrhundert auch Premier und Innenminister war. Als @DiploMog hat er bei Twitter mehr als 105.000 Follower. Sein Dienst ging mit einem bisweilen gespannten Verhältnis zu Larry einher, dem Kater aus dem nahe gelegenen Haus Nummer 10 in der Downing Street, der für die dort hausenden Regierungschefs die Mäuse fängt.

          Palmerston schrieb, wegen der Coronavirus-Pandemie habe er bereits länger auf dem Land im Home Office gearbeitet und sei auf den Geschmack gekommen. „Ich habe herausgefunden, dass das Leben abseits der Front entspannter, ruhiger und bequemer ist“, schrieb er. Im Übrigen habe er bei Gesprächen ausländischer Diplomaten immer nur so getan, als schlafe er. In Wirklichkeit habe er alles gehört.

          Nicht allen Mitarbeitern fiel der Abschied schwer. Palmerston habe ihm einmal eine leicht angekaute tote Maus neben den Schreibtisch gelegt, twitterte der Direktor der Diplomaten-Akademie, Jon Benjamin. Er wünsche ihm einen sehr glücklichen Ruhestand.

          Wo genau Palmerston künftig lebt, ist nicht bekannt. Er sei bei einem Mitarbeiter des Außenministeriums untergekommen, wo er bereits den Lockdown verbracht habe, so eine Mitteilung. Palmerston wolle nun außerhalb des Rampenlichts ausruhen, hieß es in einem Brief im Namen des Katers an den höchsten britischen Beamten im Außenministerium, Simon McDonald. „Ich habe es genossen, auf Bäume zu klettern und in den Feldern rund um mein neues Zuhause auf dem Lande zu patrouillieren.“ Bedauerlich sei jedoch, dass er nun keine ausländischen Diplomaten mehr belauschen könne, hieß es in dem Brief weiter.

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