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Treues Tier : Pinguin schwimmt tausende Kilometer zurück zu Retter

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Die meisten Menschen beißt „Dindim“, wenn sie ihm zu nahe kommen, sein Retter João Pereira de Souza darf sogar mit ihm schmusen. Bild: dpa

Ein pensionierter Brasilianer hat 2011 einen verletzten Pinguin am Strand aufgelesen und gesund gepflegt. Der hat seinen Retter nicht vergessen und schwimmt jedes Jahr 8000 Kilometer, um ihn zu sehen.

          João Pereira de Souza wollte vor fünf Jahren nur einem auf einer brasilianischen Atlantikinsel gestrandeten Pinguin helfen. Er war mit Öl verklebt, das Bein gebrochen – wahrscheinlich von einer Kollision mit einer Schiffsschraube. Normalerweise lebt das Tier wohl rund 4000 Kilometer weiter südlich in Patagonien. Daraus entwickelte sich eine besondere Freundschaft. Vor einigen Wochen stand der Pinguin, dem Pereira de Souza den Namen „Dindim“ gab, zum fünften Mal am Bambuszaun seines Häuschens im Fischerdorf Provetá auf der Ilha Grande – er war schon 2012 bis 2015 viermal zurückgekehrt, berichten Pereira de Souza und andere Bewohner.

          Der Pinguin ist seit dem Gesundpflegen jedes Jahr schätzungsweise etwa 8000 Kilometer unterwegs, spätestens im Februar ist er wieder weg, da der Sommer in Brasilien zu warm ist. „Ich war mir sicher, dieses Jahr kommt Dindim nicht mehr“, sagte der 73 Jahre alte Pereira de Souza der Deutschen Presse-Agentur in Provetá. Erstmals seit 2011 musste er seinen Geburtstag am 24. Juli allein, mit seiner Frau Creusa, feiern. Doch am 1. August war der Pinguin wieder da. Pereira de Souza hatte ihm in Vorjahren einen Ring angelegt, um ihn erkennen zu können.

          Ein langer Weg: Jahr für Jahr schwimmt Pinguin „Dindim“ die 4000 Kilometer von Patagonien nach Provetá hin und wieder zurück.

          Der Pinguinforscher Klemens Pütz nennt die Rückkehr ungewöhnlich, aber plausibel. „Der Ort liegt an der Route der Magellan-Pinguine, nach dem Brüten in Patagonien schwimmen sie im Winter oft tausende Kilometer hoch in den wärmeren Norden bis Brasilien.“ Es komme auch immer wieder vor, dass sich Pinguine in Retter oder Pfleger verliebten.

          João Pereira de Souza las das verletzte Tier am Strand auf, ganz in der Nähe von seinem Häuschen. Der pensionierte Maurer pflegte den am Rücken verletzen Pinguin mit dem ölverklebten Gefieder und dem gebrochenen Bein in seinem Häuschen in der Nähe vom Strand. Er rieb ihm den Rücken sogar mit seiner eigenen Rückensalbe ein.

          João Pereira de Souza beobachtet „seinen“ Pinguin am Strand. Wird es wieder zu warm in Brasilien, watschelt „Dindim“ ans Meer und schwimmt die 4000 Kilometer zurück nach Patagonien.

          Nach ein paar Monaten fuhr  Pereira de Souza mit einem kleinen Boot hinauf auf das offene Meer und setzte den Pinguin wieder aus. Doch noch ehe er wieder den Strand erreicht hatte, war dort: der Pinguin. „Dindim“ blieb noch einige Monate, dann schwamm er wohl zurück nach Patagonien, in seine argentinische Heimat – nur, um im nächsten Jahr wieder am Strand anzulanden. Der zurückkommende Pinguin ist die Attraktion des sonst eher tristen Ortes Provetá, etwa 170 Kilometer Luftlinie westlich von Rio de Janeiro. Bis zu acht Monate am Stück lebt „Dindim“ in Pereira de Souzas Garten und watschelt regelmäßig für ein Bad zum Strand. „Ich liebe ihn wie meine drei Kinder“, sagt João Pereira de Souza.

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