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„Sie wurde gebissen“: Das sagt die Parksprecherin über den Moment, in dem Angela Merkel aufschreit. Bild: dpa

Angela Merkel im Vogelpark : Warum schreit die Bundeskanzlerin auf?

Franziska Haase ist Sprecherin des Vogelparks Marlow. Sie war dabei, als Bundeskanzlerin Angela Merkel dort am Donnerstag Vögel fütterte – und den Tieren ungewöhnlich nahekam. Ein Anruf.

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          Frau Haase, Angela Merkel hat am Donnerstag auf einer Abschiedstour durch ihren Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern den Vogelpark Marlow besucht. Sie sind Sprecherin des Parks. War es geplant, dass die Bundeskanzlerin den Vögeln so nahekommt?

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Nein, das war nicht geplant. Sie war aber vorher schon zweimal bei uns, das erste Mal 2012, da hat sie auch schon die Loris gefüttert. Das sind australische Papageien. Damals hatten wir Frau Merkel eingeladen, weil unser Park in ihrem Wahlkreis liegt. 2015 kam sie wieder, um die Pinguin-Anlage feierlich zu eröffnen. Vergangenes Jahr hatten wir sie noch mal eingeladen, damit sie unsere neue Lori-Anlage eröffnet. Aber das ist wegen Corona ausgefallen. Jetzt hatte sie sich selbst gemeldet, sie wollte vor der Bundestagswahl zum Abschied noch mal vorbeikommen.

          Wie ist der Besuch abgelaufen?

          Sie kam um 15.30 Uhr an, dann sind wir mit ihr durch den Park gelaufen. Wir hatten hier 2018 eine große Schneekatastrophe, daraufhin haben wir viele Anlagen neu aufgebaut und verschönert – auch die Lori-Anlage. Zuerst waren wir mit Frau Merkel aber bei den Wellensittichen. Die hat sie aus der Hand mit Hirse gefüttert, sie hatte keine Berührungsängste. Die Vögel sind es bei uns gewohnt, dass sie von Besuchern gefüttert werden, das gehört zum Konzept des Parks. Man kauft das Futter am Eingang und kann die Vögel dann füttern. Gut war am Donnerstag, dass so schlechtes Wetter war. Deswegen waren nicht viele Besucher da, und die Vögel hatten richtig Hunger. Sie bekommen morgens Futter von uns, abgefüttert werden sie erst am späten Nachmittag.

          Und nach den Wellensittichen ging es zu den Loris?

          Nein, wir haben noch einen Kollegen mit einem Uhu getroffen. Der hatte sich auf dem Weg platziert. Er macht Flug-Shows, danach können Besucher den Uhu auf die Faust nehmen. Das wollte Frau Merkel aber nicht. Georg Günther, ihr möglicher Nachfolger als Direktkandidat, hat das übernommen. Frau Merkel hat sich den Uhu lieber aus der Entfernung angeschaut. Und dann sind wir zu den Loris reingegangen. Die sind direkt auf allen Menschen gelandet, die ein Töpfchen mit Lori-Brei aus getrockneten Blütenpollen, Fruchtzucker, Getreide und Wasser in der Hand hatten. Frau Merkel hatten wir auch ein Töpfchen in die Hand gedrückt.

          Vom Kopf aus hat der Vogel eine gute Sicht auf die Futtersituation: Angela Merkel mit australischen Loris im Vogelpark Marlow Bilderstrecke
          Merkel im Park : Zu Besuch bei Vögeln

          Auch zu ihr sind die Loris direkt gekommen?

          Ja, sofort. Und sie hatten den Lori-Brei sehr schnell aufgegessen. 

          Was machen die Loris, wenn es kein Futter mehr gibt?

          Entweder fliegen sie weg, oder sie beißen.

          Die Bundeskanzlerin wurde aber nicht gebissen?

          Doch, sie wurde gebissen. Deswegen schreit sie auf dem einen Foto so auf. Das machen die Loris oft bei Besuchern, nach dem Motto: Warum ist das Futter jetzt schon leer? Die Stimmung war aber weiter super. Die Fotografen meinten, dass sie Frau Merkel noch nie so nahegekommen seien. Ein Lori saß auf ihrem Kopf, das machen die Vögel gerne. Da haben sie eine gute Sicht auf das Futter. Die meisten Vögel sind weggeflogen, als das Futter leer war. Ein bis zwei Loris habe ich Frau Merkel noch abgenommen, die waren etwas hartnäckiger. Und dann sind die Vögel abgeflattert, und Frau Merkel hat sich verabschiedet. Sie hat gesagt, dass sie privat wiederkommt.

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