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30 neue Tierarten entdeckt : Eine neue Welt

Als Charles Darwin 1835 die Galapagos-Inseln bereiste, erschloss sich ihm eine neue Welt. Bild: AFP

Gleich 30 bisher unbekannte Tierarten haben Wissenschaftler vor den Galapagos-Inseln entdeckt. Sie leben alle im Meer.

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          Für Charles Darwin erschloss sich im Jahr 1835 eine neue Welt. Der britische Naturforscher traf auf Tiere und Pflanzen, die er nie zuvor irgendwo sonst gesehen hatte. Für ihn, den damals Weltreisenden, war die Fauna und Flora aber fast überall unbekannt und eben nicht nur auf diesem einsamen Archipel mitten im östlichen Pazifischen Ozean. Wohl auch deswegen erkannte er die Bedeutung der auf den Galapagos-Inseln lebenden Schildkröten oder der später nach ihm benannten Finken für seine Evolutionstheorie erst, nachdem er wieder zurück in London war. Beim Durchblättern seiner Notizen wurde ihm klar, dass sich auf fast jeder der Inseln eine eigene Schildkröten- und Finkenart herausgebildet hatte, je nach den Gegebenheiten, mit denen die Tiere zurechtkommen mussten. Dabei hatte ihn einer der damaligen Bewohner, der Direktor des Strafgefangenenlagers auf der Insel Floreana, Nicholas Lawson, sogar genau auf diesen merkwürdigen Umstand aufmerksam gemacht: dass sich die Riesenschildkröten anhand der Form ihrer jeweiligen Panzer ganz leicht bestimmten Inseln zuordnen ließen.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Selbst heute noch ist nicht alles erforscht, was auf und rund um die berühmten Inseln kreucht und fleucht. Gerade erst haben sich Wissenschaftler der nach Charles Darwin benannten und auf Galapagos beheimateten Stiftung auf völlig unbekanntes Terrain vorgewagt, genauer in ozeanische Tiefen, in denen zuvor noch kein Mensch gewesen ist. Auf dem Meeresgrund erschloss sich auch ihnen eine neue Welt, die nun nach und nach ausgewertet werden muss. Fest steht aber schon, dass der sowieso schon große Artenreichtum der Inseln um gleich 30 bislang unbekannte Tierarten erweitert worden ist. Unter den Neuentdeckungen seien 14 Korallen, ein Seestern, elf Schwämme sowie vier Krustentiere, schreibt Isabel Grijalva von der Charles-Darwin-Stiftung. Die Expedition in eine Meerestiefe von nahezu 3400 Metern war dabei nur mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen (ROVs) möglich, die zum Expeditionsschiff Nautilus des Ocean Exploration Trust gehören. Das 64 Meter lange Schiff ist auf Unterwasserexpeditionen spezialisiert und steht unter der Leitung von Robert Ballard, der 1985 das Wrack der 1912 gesunkenen Titanic entdeckt hatte.

          14 Korallen, einen Seestern, elf Schwämme sowie vier Krustentiere entdeckten die Forscher.
          14 Korallen, einen Seestern, elf Schwämme sowie vier Krustentiere entdeckten die Forscher. : Bild: Fundación Charles Darwin

          Anhand der Videos und der Proben, die von den ROVs an die Oberfläche gebracht wurden, konnten die Wissenschaftler ganz unterschiedliche Unterwassergemeinschaften ausmachen, die sich von etwa 290 bis hinab in Tiefen von 3373 Metern erstrecken. Die biologischen und geologischen Proben wurden noch an Bord der Nautilus fotografiert und katalogisiert und dann an verschiedene Institute in aller Welt für eine weitere wissenschaftliche Auswertung geschickt.

          „Die große Zahl an Entdeckungen, die wir in nur zehn Tagen rund um die Galapagos-Inseln gemacht haben, unterstreicht die Bedeutung von Unterwasserexpeditionen“, sagte Nicole Raineault vom Ocean Exploration Trust nach der Rückkehr der Nautilus. Und Les Watling von der University of Hawai’i in Manoa fügte hinzu, dass die neuen Tierarten ein weiterer Beleg dafür seien, wie einzigartig die Unterwasserwelt im tropischen Ostpazifik ist.

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