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Tiere : Weiße Haie sind viel unterwegs

  • Aktualisiert am

War der Weiße Hai Tiefseetaucher? Bild: dpa

Elektronische Markierungen haben Wissenschaftlern verraten, dass weiße Haie gar nicht nur an Küsten leben, sondern auch im offenen Meer schwimmen.

          1 Min.

          Weiße Haie sind besonders aus dem gleichnamigen Film bekannt. Rund um die Raubtiere mit dem lateinischen Namen Carcharodon carcharias ranken sich Gerüchte. Eines davon haben Wissenschaftler jetzt überprüft und ins Reich der Sage verwiesen.

          Mit elektronischen Markierungen haben Forscher die Wege verfolgt, die Haie im Meer zurücklegen. Bislang glaubten sie, die Fische würden ihr Leben größtenteils nahe der Küsten verbringen und von Futterplatz zu Futterplatz wandern. Die Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass die Haie einige tausend Kilometer ins offene Meer hinausschwimmen und dort auch tauchen. Burney Le Boeuf von dem Institute of Marine Sciences at the University of California sagt: "Ich war geschockt, als ich diese Ergebnisse gesehen habe. Wir erwarteten, dass Haie küstennah leben und mehr oder weniger dort bleiben, wo sie geboren sind. Aber wir fanden, dass sie ein ganz eigenes Leben im Ozean haben und dort tief tauchen." Ein untersuchtes Hai-Männchen schwamm sogar bis Hawaii und blieb dort vier Monate.

          Bei der Jagd markiert

          Die Markierungen bekommen die bis zu sieben Meter langen und zwei Tonnen schweren Fische, wenn sie sich zur Jagd Gebieten nähern, in denen viele Robben leben. Ein Boot nähert sich dazu den Fischen, die es dann umkreisen und so nahe genug kommen, um die Markierungen einzupflanzen. Sie messen alle zwei Minuten Wassertiefe, Temperatur und Lichtverhältnisse.

          Außer der Vorliebe für die Tiefsee fanden die Forscher, dass weiße Haie nur in zwei bestimmten Tiefen schwimmen. Entweder fünf Meter unter der Wasseroberfläche oder 300 bis 500 Meter darunter. Dazwischen oder tiefer bewegen sie sich kaum. Außerdem fanden die Forscher, dass männliche Haie jedes Jahr zu den Robbenfutterplätzen zurückkamen, von denen die Studie ausging. Weibliche Haie kehren nur alle zwei Jahre dorthin zurück.

          Schutz vor Fischern nötig

          Die Ergebnisse lassen einige Fragen offen. Neben weiteren Forschungen sieht Barbara Block von der Stanford University aber in einer Richtung Handlungsbedarf: "Es war höchste Zeit für die Erkenntnis, dass die Haie im offenen Meer schwimmen, denn dann brauchen sie besonderen Schutz vor internationaler Fischerei."

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