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Tiere : Die Nase als evolutionärer Hinweis

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Mikro oder Mega? Bild: dpa

Mikro und Mega, in diese beiden Gruppen teilen Biologen Fledermäuse auf. Doch die alten Kategorien geraten durch eine neue Studie ins Wanken.

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          Bislang war die Welt für Evolutionsforscher in Sachen Fledermäuse einfach. Sie unterschieden sich anhand der Ortung. Denn manche sehen und andere hören, um sich ein Bild von der Welt um sie herum zu machen.

          Biologen unterschieden die Fledermäuse nach den Kategorien Mikro und Mega. Die Megabats, wie sie auf Englisch heißen, leben in den Tropen, sind groß, fressen Früchte und orientieren sich per Sicht. Die Microbats sind klein, braun, sind die, die gerne in Dachstühlen und Höhlen leben, und orientieren sich am Schall, der so genannten Echolokation.

          Wohin gehört die Blattnasenfledermaus?

          Nun gibt es evolutionäre Problemkinder wie die Blattnasenfledermaus der Alten Welt. Sie gehört zur Sorte der rhinolophoiden Fledermäuse, die Echolokation mit der Nase betreiben. Wegen dieser Eigenschaft ordneten Biologen die Rhinolophoiden bislang den Microbats zu. Nur: Das Erbgut stimmt eher mit dem der Mega-Fledermäusen überein. Es scheint also zwei Sorten Mikro-Fledermäuse zu geben: Die den Megabats verwandteren, die aber Schall zur Ortung nutzen, und die originären Microbats.

          Diese Erkenntnis wirft für die Evolutionstheoretiker natürlich die Frage auf, woher Blattnasenfledermaus, Hufeisenfledermaus, die schlitzgesichtige Fledermaus und Konsorten stammen. Dazu gibt es zwei Theorien: Entweder entwickelten sich alle Fledermäuse aus einer Urform, die mit Echolokation ausgestattet war. Die Mega-Fledermäuse verloren diese Gabe später. Oder aber die Echolokation ist eine Eigenschaft, die sich bei beiden Sorten Fledermäuse unabhängig voneinander herausbildete. Welche der Theorien stimmt, müssen die Biologen jetzt herausfinden - mal schauen, oder in diesem Fall besser: mal hören.

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