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Orkantief „Billie“ : Mann von umstürzenden Baum erschlagen

  • Aktualisiert am

Kampf gegen Regen und Sturm: Ein Schirm war am Freitag in Wilhelmshaven nicht wirklich hilfreich Bild: dpa

Orkantief „Billie“ hat ein erstes Todesopfer gefordert. Bei einer Fahrt durch den Frankfurter Stadtwald wurde ein Mann in seinem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. Auch in den Mittelgebirgen sowie an der Nord- und Ostseeküste stürmte es kräftig.

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          Sturmtief „Billie“ trifft Deutschland auf seinem Weg zur Ostsee mit teilweise extremen Orkanböen und hat nun bereits sein erstes Todesopfer gefordert. In Frankfurt am Main ist am Freitagabend ein 47 Jahre alter Mann in seinem Auto von einem Baum erschlagen worden. Der Wind habe an einer Landstraße durch den Stadtwald mehrere Bäume entwurzelt, sagte ein Polizeisprecher. Einer davon sei auf das Auto des Mannes gefallen.

          Das Opfer aus dem Landkreis Offenbach starb noch an der Unfallstelle. Ein zweites Auto wurde ebenfalls beschädigt, der Fahrer blieb aber unverletzt. Auf Anraten von Forstleuten sollte die stadtauswärts führende Fahrbahn bis Samstag gesperrt bleiben. Das Risiko sei zu groß, sagte der Polizeisprecher.

          Von dem Orkantief betroffen sind bislang vor allem die Mittelgebirge. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach rief am Freitag für den Harz seine höchste Warnstufe aus. Bereits am Morgen wurden nach DWD-Angaben dort auf dem 1141 Meter hohen Brocken Windgeschwindigkeiten von 138 Stundenkilometern gemessen. In Nordrhein-Westfalen fiel zudem starker Regen. Lediglich der Südosten Deutschlands blieb von dem Unwetter zunächst verschont.

          Mit heftigem Wind wurde auch an den Küsten von Nord- und Ostsee zu rechnen. Die Weihnachtsmärkte in Bremen hatten ihren Betrieb wegen des Sturms am Freitag unterbrochen. Das Stadtamt ordnete die Schließung an, weil für die Zeit von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr Sturm bis Windstärke zehn erwartet wurde.

          Böen mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde

          Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes sollte der Sturm in der Weser-Ems-Region in Böen bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichen und erst am Abend wieder abnehmen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartete, dass am Nachmittag und Abend das Hochwasser an der niedersächsischen Nordseeküste bis zu 50 Zentimeter höher als normal aufläuft. Eine Sturmflut beginnt erst bei Wasserständen von 1,5 Metern über dem normalen Hochwasser.

          Zwar zieht „Billie“ von der Nordsee über Dänemark auf die Ostsee hinaus, es bleibt aber auch in den kommenden Tagen weiterhin stürmisch und nass. In Westdeutschland fallen dabei innerhalb von 24 Stunden bis zu 40 Liter Regen. Mit Schnee rechnen die Meteorologen nur in Höhenlagen oberhalb von 700 Metern – im restlichen Land bleibt es mit Temperaturen um zehn Grad dazu zu warm.

          „Billie“ und Vorgängertief „Alexandra“ hatten bereits am Mittwoch und Donnerstag vor allem auf den britischen Inseln Schäden angerichtet. Auf mehreren Inseln im Westen Schottlands waren mehr als 17.000 Haushalte ohne Strom. In Irland und Schottland wurden Fährverbindungen eingestellt. Aber auch in Deutschland war es unruhig. Auf Helgoland wurde am Mittwoch eine Windgeschwindigkeit von 104 Stundenkilometern gemessen, auf Sylt 97 und auf dem Brocken im Harz sogar 130. Auf der Nordsee bildeten sich Wellen von bis zu 15 Metern Höhe.

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