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Thronjubiläum : Britischer Evergreen - Queen seit 50 Jahren im Amt

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Zum Jubiläum: Briefmarkenporträts der Queen Bild: AP

Sie gelangte auf den Thron durch den Tod ihres Vaters - heute vor 50 Jahren. Die Queen begeht ihr Goldenes Thronjubiläum.

          2 Min.

          Am liebsten hätte die Queen zur Feier ihres 50. Thronjubiläums, das sie am heutigen Mittwoch begeht, alle ihre Untertanen im Land eingeladen, also rund 60 Millionen Leute. Das sagt zumindest ein Palastsprecher. Für ein großes Popkonzert mit Paul McCartney, Mick Jagger und Phil Collins vor dem Buckingham-Palast bekommen aber immerhin 12.000 Menschen eine Eintrittskarte geschenkt. Doch diese ganz große Feier wird erst im Sommer steigen. Der heutige Jahrestag der Thronbesteigung gilt dagegen dem stillen Gedenken an den Vater der Queen, König George VI.

          Den Tag begann die Queen gemeinsam mit ihrer 101-jährigen Mutter mit einem privaten Gedenkgottesdienst für ihren Vater in der Kapelle von Schloss Sandringham bei Norfolk. Der Todestag des Vaters war bisher sowohl von der Königin selbst als auch von Queen Mum stets anders begangen worden. Die Königin, die sich sonst niemals an diesem Tag der Öffentlichkeit zeigte, hat sich für Mittwochnachmittag zur Eröffnung der Krebsstation eines Krankenhauses bei Norfolk angesagt, was als eine Hommage an den an Lungenkrebs verstorbenen Vater gedacht sein soll. Queen Mum, die bisher immer zum Grab des Mannes auf Schloss Windsor reiste, blieb in diesem Jahr erstmals in Sandringham:
          Die alte Dame, die seit November nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde, müsse „die Folgen einer schweren Erkältung
          auskurieren“, hieß es offiziell.

          Königshaus fürchtet Flop der Feiern

          Das goldene Jubiläum (siehe auch Link „Die offizielle Site des Königshauses“) soll der britischen Monarchie Glanz früherer Jahre zurückbringen, als die Untertanen sich ob der zahllosen Skandale noch nicht angewidert abwandten von ihren Royals. Zum 25.Thronjubiläum 1977 gingen Millionen von Briten auf die Straßen, um Königin Elizabeth II. zu feiern. Für dieses Jahr gibt es erst ein paar hundert Anfragen bei den örtlichen Behörden. Insider versicherten der „Times“, das Königshaus sei schon ziemlich nervös und fürchte einen Flop der Feiern.

          Grund der Zurückhaltung ist nicht nur das schlechte Ansehen der Monarchie, sondern auch die zeitgleich in Japan und Südkorea laufende Fußball-Weltmeisterschaft. Viele Untertanen ihrer Majestät dürften eher an der heimischen Mattscheibe das Spiel ums runde Leder verfolgen, als das Jubiläum ihres Staatsoberhauptes öffentlich zu begehen, fürchten Beamte im Buckingham Palace. Experten warnen vor den negativen Folgen eines verpatzten Jubiläums: „Ich denke nicht, dass das die Monarchie ernsthaft verletzen könnte, aber es würde das Verlangen nach ihrer Neuausrichtung erhöhen“, meint der Politikwissenschaftler Rodney Barker von der London School of Economics.

          Queen ist den Briten zu abgehoben

          Aufgeben aber wollen die Briten ihre Royals nicht: Mehr als zwei Drittel, nämlich 70 Prozent, wollen auch weiterhin eine Königin oder einen König als Staatsoberhaupt. Allerdings finden die meisten, dass die Queen, derzeit die am fünftlängsten regierende Monarchin in der britischen Geschichte, etwas zu abgehoben ist.

          Vor allem die jungen Leute im Königreich sind - Skandale hin oder her - nur mäßig interessiert am Treiben von Elizabeth, ihren Kindern und Kindeskindern. Die 16- bis 24-Jährigen finden die Zeichentrickfamilie Simpson laut Umfragen viel cooler. Die Älteren aber lassen sich noch mobilisieren. Und auch die Presse hält bislang zur Queen: „Die Schweizer haben ihre Berge und die Neutralität, die Franzosen ihre Küche und ihre republikanischen Werte. Wir haben seit mehr als tausend Jahren unsere Könige“, schrieb die Kommentatorin der „Times“. Das goldene Thronjubiläum zu feiern, gehört sich einfach.

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