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„Macht das nicht!“ : Thailand will keinen Sex-Tourismus mehr

Bekanntes Ziel für Sex-Tourismus: Pattaya in Thailand Bild: AFP

„Wenn ihr ein Sex-Ziel haben wollt, fahrt nach Thailand“, hat der gambische Tourismusminister gesagt. Dort reagiert man empört.

          Für westliche Sex-Touristen ist Thailand seit Jahrzehnten ein Traumziel. In Urlaubszentren wie Pattaya, Bangkok und Phuket gehört es zum Alltag, dass sich einheimische Frauen für ein paar Stunden, einige Tage oder sogar den ganzen Urlaub an ihre ausländischen Freier verkaufen. Die aus diesem Handel resultierenden ungleichen Paare sind sogar so häufig anzutreffen, dass sie am Strand, in Restaurants, den Nachtclubs und Bars gar nicht mehr auffallen. Sie gehören zum Straßenbild ebenso dazu wie die rotbeleuchteten Kaschemmen, in denen sich leicht bekleidete Mädchen ihre Reize zur Schau tragen.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Doch der regierenden Militärjunta, die in dem südostasiatischen Land vor etwa vier Jahren die Macht an sich gerissen hat, sind die Sex-Touristen ein Dorn im Auge. Die Generäle wünschen sich für Thailand ein saubereres Image. „Wir müssen versuchen, Pattaya und andere Touristengebiete zu Orten des Qualitäts-Tourismus zu machen“, sagte der Machthaber Prayuth Chan-ocha am Mittwoch laut der „Bangkok Post“. Diese sollten frei von Sex-Tourismus sein. „Wir müssen ein Bewusstsein schaffen, dass das keine gute Beschäftigung ist. Macht das nicht!“, sagte der Ministerpräsident. 

          Beschwerdebrief an Gambia

          Die Äußerungen des früheren Militärchefs waren dabei auch die Reaktion auf eine Kontroverse, die seit einigen Tagen in Thailand die Gemüter erhitzt. Sie beruht auf einer Äußerung des Tourismusministers des westafrikanischen Staates Gambia aus dem Januar. Er hatte in einem Interview sein Land mit den Worten verteidigt: „Wir sind kein Ziel von Sex-Touristen. Wenn ihr ein Sex-Ziel haben wollt, fahrt nach Thailand.“ Dort hatte sich die Äußerung rasant über die sozialen Medien verbreitet. Die Thais fühlten sich sogar so gekränkt, dass sie einen offiziellen Beschwerdebrief an die Regierung in Gambia schickte. Der thailändische Machthaber sagte nun zwar, dass sich Thailand von diesem Image befreien sollte. Er äußerte aber auch Verständnis für die Hunderttausenden Menschen, die in Thailand von der Prostitution leben. Für sie müssten andere Einkommensquellen gefunden werden.

          Was die thailändischen Behörden allerdings wieder einmal unerwähnt ließen, ist die ebenfalls hohe einheimische Nachfrage nach käuflichem Sex in Thailand. Obwohl Prostitution im buddhistischen Thailand offiziell verboten ist, ist die Akzeptanz gegenüber dem Gewerbe in Thailand statistisch im internationalen Vergleich sehr hoch. Jedoch findet diese einheimische Form der Prostitution deutlich weniger sichtbar statt als der Sex-Tourismus in den Urlaubsorten. Die Ursprünge dieses ausländischen Sex-Tourismus werden in der Regel im Vietnamkrieg gesehen, als amerikanische Soldaten sich in den Nachtclubs in Bangkok vom Leben an der Front erholten. Da das Geschäft sich seitdem immer stärker ausgebreitet hat, dürfte es äußerst schwierig werden, Thailand davon zu säubern.   

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