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Terroranschläge : Mysteriöse Milzbrand-Fälle in den USA

  • Aktualisiert am

Milzbrand-Angst: Anstehen zur Testuntersuchung Bild: AP

Nach einer weiteren Milzbrand-Erkrankung im US-Staat Florida prüft die Bundespolizei FBI einen möglichen terroristischen Hintergrund.

          Wegen möglicher terroristischer Angriffe mit Milzbrandbakterien in Florida und Virginia hat das FBI die Ermittlungen übernommen. Ein dritter Fall von möglichem Milzbrand in den USA scheint sich allerdings nicht zu bestätigen. Dr. Thomas Ryan vom Prince Williams Krankenhaus im Bundesstaat Virginia erklärte, die ersten Tests hätten keinen Hinweis auf die Infektion ergeben. Der Mann habe offenbar lediglich Grippesymptome. Endgültige Untersuchungsergebnisse gebe es jedoch noch nicht.

          In Florida wurde ein Mann ins Krankenhaus eingeliefert, bei dem Ärzte ebenfalls Spuren des Anthrax-Erregers feststellten. Der 73-jährige Ernesto Blanco hatte mit dem am vergangenen Freitag an Milzbrand gestorbenen Fotoredakteur der Zeitung „Sun“ zusammengearbeitet. Das FBI riegelte das Gebäude in Boca Raton ab.

          Etwa 500 Personen ließen sich auf eine mögliche Milzbrand-Infektion testen; die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet. Nach dem Tod des 63-jährigen Redakteurs Bob Stevens wurden die tödlichen Krankheitserreger auch an einer Computer-Tastatur in der Zeitungsredaktion entdeckt. Eine Sprecherin des Zentrums für Krankheitskontrolle (CDC) schloss aus, dass die Bakterien auf natürlichem Wege in das Gebäude gelangten.

          Keine Gefahr für die Allgemeinheit?

          Senator Bob Graham aus Florida erklärte, Vertreter der Gesundheitsbehörde hätten ihm gesagt, dass „menschliches Eingreifen“ die wahrscheinliche Ursache für die Krankheitsfälle sei. Es bestehe jedoch keine Gefahr für die Allgemeinheit.

          Stevens Tod am vergangenen Freitag war der erste Todesfall durch Milzbrand in den Vereinigten Staaten seit 1976. Justizminister John Ashcroft sagte am Montag auf einer Pressekonferenz in Washington, es müsse untersucht werden, ob es sich um einen terroristischen Angriff handele. Stevens war mit einer besonders seltenen Form des Milzbrandes infiziert, von der in den USA im 20. Jahrhundert lediglich 18 Fälle bekannt sind.

          Bericht über „merkwürdigen Brief“

          Das Nachrichtenmagazin „Newsweek“ berichtete am Montag auf seiner Internetseite, im Büro der „Sun“ sei eine Woche vor den Terroranschlägen ein „merkwürdiger Brief“ eingegangen. Darin habe sich eine pudrige Substanz und ein Armband mit einem Davidstern befunden. Sowohl der Tote als auch der möglicherweise Erkrankte seien mit dem Brief in Berührung gekommen. Ein Reporter der Zeitung „The National Inquirer“ sagte der Nachrichtenagentur AP, Ende August oder Anfang September habe ein ehemaliger Praktikant eine E-Mail an die Redaktion geschickt. „Er schrieb, 'Ich habe euch eine Überraschung hinterlassen'“, sagte der Reporter Bennet Bolton. Das FBI sei über die Mail informiert worden.



          Biologischer Kampfstoff

          Milzbrandbakterien wurden von einigen Staaten als biologischer Kampfstoff entwickelt. Seit den Terroranschlägen vom 11. September ist die Angst vor Attacken mit den Erregern gewachsen. Nachbarn des Toten äußerten die Befürchtung, Teile ihres Wohnviertels könnten verseucht sein. Einige der mutmaßlichen Terroristen, die an den Anschlägen vom 11. September beteiligt waren, hatten sich vorübergehend nur wenige Kilometer von der Ortschaft entfernt aufgehalten.

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